Lobhudelei für einen Nachwuchsautoren

Wir alle haben mehrere Facetten dessen was man im Allgemeinen als „Persönlichkeit“ begreift. Eine der Facetten meiner Persönlichkeit manifestiert sich in diesem Blog, andere Facetten zeigen sich in anderen Zusammenhängen.

Eine andere Art zu zeigen wer man ist, ist das Geschichten erzählen. Dabei gibt es Menschen, denen man wenn Sie erzählen zuhören mag, und Menschen bei denen man abschaltet, weghört, weggeht.

Christian Gruber ist ein Geschichtenerzähler.

Gestern durfte ich ihm beim Geschichten erzählen Gesellschaft leisten. Er weiß es seine Stimme so einzusetzen, dass seine Geschichten lebendig genug werden um vor dem inneren Auge seiner Zuhörer „real“ zu werden. Auch seine Geschichten selber bieten immer wieder Bilder, an denen sich auch das (innere) Auge festhalten kann.
Dabei sind diese Bilder von überraschender Vielfalt und, über die verschiedenen Kurzgeschichten die er an diesem Abend vorträgt verteilt, auch die Themen mit denen sich diese Geschichten befassen sehr abwechslungsreich:
Ob sich nun zwei Magier im „Duell“ bekriegen, oder der arme Stefan sich am anderen Ende der Stadt die Haare schneiden lässt, ob die beiden Gewinner der ersten beiden Preise eines mysteriösen Gewinnspiels parallelen erkennen lassen oder ob sich jugendliche in der U-Bahn seiner und meiner Heimatstadt zanken (in einer Geschichte die passenderweise ‚coole Gänseblümchen‘ heißt), die Intensität der Geschichten ist fast gleichbleibend hoch.

Dabei fehlt nie ein Anknüpfungspunkt an die eigene Welt, auch wenn die Geschichte selbst sich bald in anderen Welten bewegt. Die Sprache weiß durch intelligente Formulierungen zu glänzen, und für Überraschungen sorgen an diesem Abend die Geschichten.

Für Liebhaber linearer Gedankengänge sind diese Geschichten sicherlich nichts, und auch der Wunsch nach einem „erfüllenden Ende“ wird von Christian oft ignoriert, aber wer es mag ein wenig mit zu denken und seine Fantasie wandern zu lassen, wird von ihm nicht enttäuscht.

Leider vorerst die letzte seiner Lesungen im Riverside Five. Bleibt zu hoffen, dass er nicht nur weiter schreibt, sondern auch der Außenwelt weiterhin seine Geschichten erzählen wird. Ein „Hörbuchprojekt“ ist jedenfalls schon angekündigt. Ich bin neugierig darauf.

Wer derweil sein virtuelles Auge auf ihn richten möchte kann dies tun – Christian Bloggt unregelmäßig.

Um nun zum Eingang dieses Eintrags zurück zu kehren: Was geben diese Geschichten nun über seine Persönlichkeit preis?
Die Hauptbotschaft, die ich aus den meisten seiner Geschichten isolieren kann ist etwa „es gibt kein eigentliches Ende, es geht immer weiter“.
Und wenn es dann doch mal ein wirkliches Ende gibt, kommt dies abrupt und irgendwie unerwartet.

Was will uns der Erzähler mit dieser Botschaft sagen?

„Warte nicht aufs Ende, es kommt sowieso wenn du es nicht erwartest“?

In diesem Sinne

Multi-User-TV

Heise berichtet über einen Fernseher der mit Shutterbrillen 3D-Effekte erzeugen kann.

Toll. Besonders spannendes Feature soll sein, dass dat Ding auch Spiele (!) in „Dual-Vision“ ermöglicht. Dabei werden abwechselnd für die beiden Spieler unterschiedliche Bilder gezeigt, die jeweils nur diese auch sehen können.

Idee dazu von mir: Kann man das nicht (mit Kopfhörern?) auch fürs Fernsehen umsetzen, so dass die Leute vorm Fernseher völig unterschiedliche Sendungen gucken können.
Ich sollte mal ein Patent anmelden 🙂

Hinlegen und übersetzen

ist mein aktuellstes und damit relevantestes Highlight bei merkwürdigen Versprechern (gemeint war „Hinsetzen und überlegen“). Im Familienkreis bei mir noch sehr beliebt ist „Brund und Wand-Gel“ anstelle von „Brand- und Wund-Gel“…

Dazu gibt es ja diese weniger lustige weil teilweise recht gemeine Urban Legend vom „freudschen Versprecher“, der solcherart sprachlicher Fehlleistung ja angeblich zugrunde liegen soll. Nun kann man sicher bei den meisten Versprechern behaupten, dass diese eher aufgrund von sprachlicher Nähe, naheliegender Verdrehung und ähnlichem erfolgen.
Und eben nicht weil man eigentlich genau das meint.

Naja, jedenfalls behauptete doch neulich im Bus jemand seiner Begleitung gegenüber dass all Ihre Versprecher
eben durch besagte freudsche Fehlleistung motiviert seien und dass ja damit auch all dies eine wirkliche, relevante und vor allem tiefergründe Aussage hätten (womit ich dann auch bei der eigentlichen Motivation für diesen Beitrag wäre).

Urks – Bitte mal vorstellen:
Alle Versprecher hätten wirklich einen unbewußten und wahrhaften Hintegrund.

Wenn ich also an den im Titel verwursteten Versprecher denke…
Hinlegen kann ich ja psychologisch noch nachvollziehen:
Wer liegt schon nicht gerne..
Aber übersetzen ist nun an der Stelle bestimmt gerade nicht durch den Kopf des Versprechers (haha, Wortwitz) gegeistert, und wahrscheinlich auch nicht der unbewußte Wunsch jetzt etwas zu übersetzen.

Und Brund- und Wand-Gel? Ich weiß bis heute nicht was ein Brund ist?

Sollte ich da doch mal meine Tante zu befragen, von der dieser Versprecher ursprünglich stammt?

Wer weiß, vielleicht hat sie ja eine besonders innige Beziehung zu Wänden? (ist sie gar anlehnungsbedürftig, sucht Schutz, Stabilität, Halt?) Was war ein Brund nochmal?

Wenn dieses Post eine Botschaft hat dann:

Manchmal ist ein Huhn auch einfach ein Huhn…

bzw. manchmal ist ein Versprecher eben wirklich einfach nur ein falsches Wort zur falschen Zeit.

Aber gut, dass wir darüber geredet haben… 😉