HSV-Arsch…

…oder wie soll man es sonst nennen, was der Herr den uns das Abendblatt hier zeigt, vorführt?

Flitzer sind ja nix neues, aber ob man sich als Fußballfan den Namen seines Lieblingsclubs auf den Allerwertesten schreiben sollte?
Da bieten sich doch nur böse Wortspiele an.

Naja, fairerweise gilt:
Er hat ja auch einen Uwe-Seeler-Rücken… Aber ob das damit so viel besser wird? Und was sagt Euch Uwe wohl dazu? Hat seine Frau das alles mal durchgerechnet?

Wechselspiele 2009/III – Die neue Mannschaft

Dieser Artikel ist der dritte von dreien, die sich mit den Veränderungen im Kader des FC St. Pauli in dieser Sommerpause beschäftigen. Nachdem ich in den ersten Artikeln auf die Abgänge und Zugänge zur neuen Saison einging, geht es heute darum, wie sich die Mannschaft insgesamt darstellt.

Die Abwehr

In der abgelaufenen Saison auf den ersten Blick der problematischste Mannschaftsteil. Viel zu viele Gegentore, vor allem unnötige Gegentore sprechen da eine (scheinbar) deutliche Sprache.

Ich bin aber recht sicher, dass diese Probleme nicht aufgrund der Qualität der Spieler sondern durch andere Faktoren kamen. Neben der dauernden Verletzungsmisere natürlich auch das defensiv sehr zurückhaltend agierende offensive Mittelfeld um Ludwig und Trojan. Dass dazu meist einer unserer vier Abwehrhelden einen schlechten Tag erwischte, machte es natürlich nicht besser. Was wird also 2009/2010?

Im Tor bleibt sicherlich Matze Hain die unangefochtene Nummer 1. Ich hoffe, dass er seine Erfahrung ausspielt und vielleicht hinter einer etwas stabileren Abwehr auch selbst mehr Sicherheit bekommt. In der zweiten Reihe stehen mit Paddy Borger und Benedikt Pliquett zwei Keeper, die zwar in unserer ersten Saison bereits Ligaerfahrung sammeln konnten, aber den Ansprüchen an einen guten Zweitligatorwart nicht genügten. Als Ersatztorleute aber sicherlich gut.

Für die Viererkette bieten sich viele Spieler an, wobei die leidige Position als linker Außenverteidiger wohl die schwächste sein dürfte. Erste Wahl für die Innenverteidigung für mich sicherlich Ralph Gunesch und Markus Thorandt. Dicht gefolgt von Marcel Eger. Fabio Morena war in den vergangenen Zweitliga-Saisons für mich immer schwächster Innenverteidiger, so dass ich fürchte, seine Zeit ist langsam vorbei. Aber als Ersatz sicherlich immer noch wertvoll. Mit Davidson Drobo-Ampem haben wir zudem ein vielversprechendes Talent im Kader.
Außen Rechts ist für mich Carsten “Calle” Rothenbach gesetzt, und mit Florian Lechner haben wir ebenfalls einen fast gleichwertigen Ersatz im Kader.
Links wird interessanter, von der Position her wird hier wohl Jan-Philipp Kalla spielen. Calle Rothenbach kann diese Position im Zweifel sicherlich ebenfalls abdecken, genauso wie Ralph Gunesch, den ich allerdings wirklich lieber auf der Innenverteidigerposition sehe – dort sicherlich einer der besten in der zweiten Liga.

Mathias Hinzmann und Andreas Biermann ergänzen die Abwehr sicherlich eher, als realistische Chancen auf einen Stammplatz zu haben.

Das Mittelfeld

Im Mittelfeld haben wir typischerweise zwei defensive und drei offensive Spieler auf dem Platz. Positiv am Kader ist sicherlich, dass einige Spieler sowohl offensiv als auch defensiv spielen können. Als Doppelsechs sehe ich Fabian Boll und Thomas Meggle. Für mich bilden die beiden die richtige Kombination aus Dynamik, Erfahrung, Kampfgeist und Technik. Zudem kann Thomas Meggle immer wieder nach vorne Rücken und so auch offensive Impulse geben. Klar ist Meggle bereits im fortgeschrittenen Fußballeralter, aber was ich von ihm nach seiner Kreuzbandverletzung gesehen habe, ist er schon wieder ganz der Alte und kann uns sicherlich noch eine Saison auf hohem Niveau helfen. Beide Spieler sicherlich überdurchschnittliches Zweitliganiveau.

Als Ersatz im defensiven Mittelfeld haben wir Marc Gouiffe á Goufan, letzte Saison vor allem durch etwas zu große Motivation aufgefallen. Wenn er das in den Griff bekommt für mich aber die klare Nummer 3 auf dieser Position. Timo Schulz knapp dahinter. Beide Ersatzleute haben hier glaube ich solides Zweitliganiveau.

Offensiv sind sicherlich die beiden Neuzugänge Matthias Lehmann und Charles Takyi gesetzt. Lehmann eher zentral, Takyi rechts außen. Da Lehmann auch defensiv spielen kann bietet sich das auch sorum an, je nach Spielsituation mit Thomas Meggle zu rochieren.

Links offensiv bin ich mir etwas unsicher. Kann Max Kruse auch die Außenposition spielen? Wenn ja, dann würde ich ihn hier zunächst vorn sehen, wobei er noch zeigen muß, dass er in der zweiten Liga gute Leistungen bringen kann. Als Alternative haben wir mit Florian Bruns hier einen soliden Spieler, der diese Rolle notfalls ausfüllen kann.

Die Youngster Jonathan ourgault und Marius Browarczyk dürften kaum zum Zuge kommen, wenn Dennis Daube an seine vielversprechenden Leistungen aus der letzten Rückrunde anknüpfen kann, sehe ich ihn aber auf jeden Fall als Option. Im Laufe der Saison wird er sicherlich auch den einen oder anderen Einsatz bekommen.

Der Sturm

Aufgrund des Systems spielen wir ja üblicherweise nur mit einem Stürmer. Aufgrund seiner Erfahrung sehe ich hier Marius Ebbers als gesetzt an. Sollte er sich nicht verletzen führt wohl kein Weg an ihm vorbei. Gewehr bei Fuß stehen natürlich die beiden Youngster Deniz Naki und Rouwen Hennings und auch Morike Sako dürfte immer mal wieder zu Einsätzen kommen. Gerade wenn das System umgestellt wird können die drei zudem auch alle zurückgezogene Spitze spielen und damit auch im Mittelfeld variabel eingesetzt werden. Kann also durchaus sein, dass Rouwen oder Deniz auch mal die linke Außenposition im Mittelfeld einnehmen. Gerade auf der Ersatzbank habe ich immer gern Spieler, die möglichst viele Positionen einnehmen können um so flexibel wechseln zu können.

Wunschaufstellung

Zusammengefasst sieht das ganze auf dem Platz in der Stanislawski-typischen 4:2:3:1-Aufstellung dann ungefähr so aus.

Marius Ebbers

Max Kruse | Matthias Lehmann | Charles Takyi

Fabian Boll | Thomas Meggle

Jan-Philipp Kalla | Ralph Gunesch | Markus Thorandt | Carsten Rothenbach

Mathias Hain

Auswechselspieler:

Benedikt Pliquett, Davidson Drobo-Ampem, Florian Lechner, Florian Bruns, Marc Gouiffe á Goufan, Deniz Naki, Morike Sako.

Je nach Spielsituation kann man mit den Spielern auch wunderbar auf zwei Stürmer umstellen (4:2:2:2). Ich denke dass man am ehesten Matthias Lehmann oder Thomas Meggle raus können und dafür dann Deniz Naki oder Morike Sako auf den Platz geschickt werden.

Fazit

Mir gefällt das Team ziemlich gut. Wir haben glaube ich eine sehr gute Mischung aus alten Hasen und jungen Talenten zusammen, und auf allen Positionen fast gleichwertigen Ersatz. Größte Schwachstelle könnte die linke Abwehrseite sein, zumal auch das linke, offensive Mittelfeld etwas brachliegt, da unsere Mittelfeldspieler überwiegend eher Zug in die Mitte haben. Allerdings haben Kalla und Kruse hier noch viel Potential und ich bin optimistisch, dass wir trotzdem eine gute Linke Seite auf dem Platz stehen haben.

Offensiv für mich eine starke Mannschaft, die defensiv mindestens solide mit etwas Glück aber ebenfalls überdurchschnittlich sein dürfte. Mein erster Tipp: Platz 4-7 sollten drin sein, das wäre auf jeden Fall eine Verbesserung gegenüber der abgelaufenen Saison. Mit etwas Glück spielen wir dieses Jahr wirklich um den Aufstieg.

Mut zur Irrelevanz

Vor gerade mal einer Woche hab ich selbst ja darauf hingewiesen, dass wir Web2.0er, wir Blogger, Microblogger, Podcaster und Vlogger, Social Network-Bewohner, wir Webcontent-Ersteller alle zusammen wichtig sind. Relevant.

Wenn wir wollen.

Und ich bin fest davon überzeugt, dass das zutrifft. Wenn wir als große Gruppe wollen, sind wir relevant. Aber als Einzelner?

Die Zeit macht sich bei mir gerade sehr beliebt mit einer Reihe von guten Artikeln im Zusammenhang mit dem Zensursula-Themenkomplex, Internet, Web2.0. Der letzte davon ist von gestern: “Die Medien-Revolution, die keine ist”.
Vermutete drölfmillionen klassische Pressetexte zu Twitter & Co. sind bisher sinnloserweise zu dem Ergebnis kommen, dass wir ja alle nur und überwiegend belangloses Zeug rauspusten. Und deswegen wären wir langweilig, überflüssig, unnütz und vor allem genau gar nicht journalistisch oder gar relevant.
Und deswegen natürlich auch abzulehnen.
Jetzt scheint die Zeit, bzw. Autor Fabian Mohr, es verstanden zu haben.

Ja, wir sind meistens belanglos, langweilig, alltäglich. Und das ist kein Problem. Denn – trotz allem Sendungsbewußtsein, dass wir alle sicherlich haben, darum geht es uns, meist gar nicht. Mir definitiv nicht. Genausowenig, wie ich mit diesem Blog den Anspruch erhebe, große Massen anzusprechen, zu informieren oder zu unterhalten.
Klar, ich freu mich über jeden Leser, jeden Kommentar. Genauso wie ich mich in Twitter darüber freue, wenn jemand meine Tweets gut findet und vielleicht sogar darauf reagiert.

Aber eigentlich sind beide Kanäle erstmal nur Spielzeug. Meine ganz persönlichen Kanäle nach draußen. In denen passiert, was mir durch den Kopf geht, was ich möchte. Und wer mich lesen mag, darf das (in der Regel) gerne tun, und wer nicht… liest halt weg. Wem egal ist, dass ich mich morgens über meinen Kaffee freue, egal ist, wenn ich mich über Tore meines Vereins freue, mit Freunden oder Onlinebekannten rumalbere, bitte. Ich zwinge nicht dazu. Ich schreib nämlich erstmal für mich. Nicht für euch da draußen.

Aber offenbar gibt es einen Teil der Welt, den das interessiert. Auch wenn sie mich teils wirklich nur über Twitter kennen. Genauso wie mich bei einem Teil der Welt interessiert, wenn sie ihren Kaffee trinken oder Mittagspause machen. Wenn sie traurig sind, weil Michael Jackson gestorben ist, oder darüber Witzeln. Meine kleine, persönliche Online-Welt. Und wer mich langweilt oder nervt, wird halt unfollowed. Den lese ich dann nicht mehr. Fertig.

Und seien wir ehrlich: So funktioniert Alltag. Das sollte auch jeder Journalist kennen, der meint, Twitter wäre blöde und langweilig. Setzt euch in ein Restaurant, eine Kneipe, telefoniert mit euren Freunden, redet mit euren Kollegen. “Gestern hab ich das erste Mal Straussenfleisch gegrillt, war das lecker!”. “Meine Mutter kommt morgen ins Krankenhaus, ich werd wohl etwas früher gehen, will sie besuchen”. Hört Ihr da weg? Sind eure Freunde oder Kollegen dann langweilig?

Und alle Jubeljahre bekommt Twitter dann übergreifende Relevanz, zeigt, was sonst noch darin steckt. Vernetzung. Und damit zusammenhängend: Geschwindigkeit.

Fünf Minuten, nachdem TMZ spekulierte, dass Michael Jackson tot war, war die halbe Twitterwelt im Thema. Inklusive verlinkter Quelle (!).
Und damit ungefähr eine halbe Stunde, bevor die ersten “klassischen” Medien auf ihren Online-Auftritten reagiert hatten. Übrigens mit Berufung auf die selbe Quelle. Das ist genauso seriös oder unseriös. Kurz die gängigen Quellen abgrasen können wir nämlich auch. Nur sind wir 10.000 oder mehr und finden damit notfalls auch schneller mehr Quellen.

Protestierende im Iran vermitteln ein Gefühl dafür, was da gerade abgeht. Subjektiv, persönlich, ungefiltert.
O-Ton würde man wohl bei Journalisten sagen. Das ist nicht die ganze Wahrheit, aber es erhebt auch gar nicht den Anspruch. Wer das versteht, versteht auch Twitter.

Niemand würde fünf Demonstranten interviewen und darauf basierend einen Artikel veröffentlichen, der von sich behauptet das komplette Thema abzubilden. Aber genau das ist die Anspruchshaltung vieler an Twitter und Blogs. Jedenfalls wirkt es so.

Wer so denkt, hält jeden Tweet, jedes Blogposting für eine Presseerklärung. Sucht krampfhaft in allem was als Text vorliegt Bedeutung oder Sinn, weit darüber hinausgehend, was wir selbst da rein legen wollen oder können.

99% von dem was ich sage – und ich glaube das gilt für die meisten anderen auch – ist nur für mich und einige andere von irgendeiner Bedeutung. Wer sich für mich interessiert, findet es vielleicht auch schön zu sehen, dass ich morgens Kaffee trinke, oder um 12:30 Pause an der Alster mache. Lernt mich darüber vielleicht etwas besser kennen. Den Menschen hinter dem Text. Und darum geht es erstmal. Menschen. Nicht Presseerklärungen.

Es geht um Menschen. Wer das versteht ist herzlich willkommen. Wer hier höhere Relevanz sucht möge bitte weitergehen.

Hier gibt es nichts zu sehen.