Advent 03/2009 – Musik 2, 3!

Man kann sich natürlich zu Weihnachten das inzwischen furchtbar überspielte Last Christmas von Wham antun. Oder Bing Crosby. Oder irgendwelchen Klassik- oder Volksmusik-Kram.

Man kann aber auch einfach mal Weihnachten Green Day sein lassen. Sozusagen. In A-Capella. Immer wieder. Und wieder.

Mein persönlicher Adventsohrwurm 2007, 2008 und 2009. Viel Vergnügen.

Und ich hab immer noch kein Last Christmas gehört. Radioboykott FTW!

Frohen dritten Advent euch allen!

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Unboxing: LFA

Heute vor einer Woche fand bei Frau Jekylla im Blog der neunte LFA statt. So mit Cocktails, Schnittchen und lustigen Spielen. Das Motto war

“Samba, Sekt und seichte Filme”.

Und was soll ich sagen…Ich hab gewonnen! Yaayyy! (okay, eigentlich bin ich nur zweiter geworden, aber hey, immerhin, zweiter! Wenn auch mal wieder ausgerechnet zweiter hinter dem HSV in Form von Frau Pleitegeiger). Und das besonders tolle – was ich vorher gar nicht wußte – es gab sogar was zu gewinnen. Und weil ich selber so gespannt darauf war, was ich denn bekommen würde, und weil das ganze auch besonders aufregend anzusehen war, habe ich mal Fotografiert, wie sich der tolle zweite Preis aus seiner Verkleidung schälen lässt.

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Das ist jedenfalls das, was bei mir ankam. Schon sehr ästhethisch in gülden (ich hätte ja silbern verdientgehabt). Vor allem der Aufkleber ist natürlich von besonderem Wert.

Ich hab ja zugegeben erst geglaubt, dieses formschöne kubische Kunstobjekt sei bereits mein Preis, aber nach einigem hin und her, habe ich dann doch rausgekriegt, dass ich das ganze öffnen kann…

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Und dann springt einem sozusagen diese Potpourri aus geballten Farben, aus Information und Gestaltung entgegen. Der Wahsninn. Auch hier war mein erster Gedanke wieder

Das muß es sein, ich brauche einen Platz, wo ich es so hinstellen kann um es zu bewundern.

Und wieder ein Trugschluss. Nachdem ich mich etwas näher damit befasst hatte, fiel mir dieser Effekt auf, den man sonst nur von Babuschka-Puppen kennt. Im Großen steckt immer noch etwas kleineres.

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Der Wahnsinn. Das also sind meine Gewinne. Ein Weihnachtsplätzchenteller mit Rezept, und eine Tafel Schokolade (Gegen den Frust nach mißlungen Backexperiment). Hach, nun muß ich also schon wieder Plätzchen backen. Habe ich ja schon länger nicht mehr 😉

Auf diesem Wege also noch mal ein ganz dickes Danke an Frau Jekylla, die sich all die Mühe und den Teilnehmern viel Freude bereitet hat. Ich bin jetzt schon ganz hibbelig, was das nächste Mal angeht.

Ach und, falls noch jemand das Plätzchenrezept aus dem Teller haben möchte, einfach großklicken.

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Europapokaaaaal

Hrmpf. Spätestens dank des St. Pauli-Spiels in Koblenz hab ich jetzt diese Europapokaaal, Europapokaaal, Europapokaal Europapokaaaaal!-Melodie als Ohrwurm (hier eine fränggische Version als äh. Kostprobe). Naja, eigentlich nicht wirklich schlimm.. irgendwie hat die Melodie was, und der Kontext mit St. Pauli.. Hach.

Aber eigentlich sollte das hier ausnahmsweise mal kein Fußballposting mit St. Pauli im Fokus werden.
Ich war mal wieder in der – ahem – HSH-Nordbank-Arena, und hab den Rauten dabei zugeschaut, wie sie sich für die nächste EuroLeague-Runde qualifizieren. Aber von Beginn an:

Irgendwann im Spätsommer traf ich die Entscheidung, mir mal wieder etwas Europapokal (sic) geben zu wollen. Und da wir ja noch etwas Zeit brauchen, bis wir selbst dort mitspielen, quartierte ich mich übergangsweise bei den Nachbarn in St. Ellingen ein.

Platz haben die international genug, irgendwie haben deren Fans unter der Woche nämlich offensichtlich nur zum Teil Lust auf Fußball. Und das, wo die Tickets dort überraschend Preiswert sind (45€ für drei Spiele internationalen Fußball. Immerhin Celtic Glasgow, Rapid Wien und Hapoel Tel Avi. Wenn ich da bei uns gucke…35€ Zweitligasitzen für ein Spiel… da ist das im Volkspark schon sehr günstig).

Und weil ich im Gegensatz zu vielen anderen St. Paulianern inzwischen dank lieber (Online-) Freunde aus dem Dunstkreis des anderen hamburger Vereins nicht mehr so richtig von Hass zerfressen bin, wenn es um blau-weiß-schwarz geht, habe ich mich dann mal in die Nordkurve getraut. Schon allein, um mir ein authentisches Bild zu machen.

Letzte Woche stand dann also das Vorrundenspiel gegen Rapid Wien an. Grün-Weiß ist ja nach letzter Saison zur besonderen Lieblingsfarbe der HSVer geworden, so dass die Vorfreude sicher immens war.

Nun denn, nachdem mich Frau Pleitegeiger vorsichtig in Richtung meines Blocks bugsiert hatte und selbst in ihrem verschwunden war, konzentrierte ich mich auf die Dinge die dann da kommen sollten.Beeindruckt haben mich zunächst aber die Gästefans. Das Bild vom iPhone gibt nur beschränkt wider, wie der Block der Österreicher Grün-Weiß leuchtete.

europapokaaalDas war jedenfalls schon ganz großes Gästeblock-Tennis.
Nach Anpfiff regierte dann auch – trotz anderslautender Ansage aus dem HSV-Block – auch erstmal munter Rapid. Spielerisch, aber auch akkustisch. Obwohl ich mitten im HSV-Gesinge der ersten Minuten stand, hörte man konstant die Wiener. Laut, abwechslungsreich, gut. Respekt. Vor vier Wochen Celtic, das war deutlich leiser.

Rapid versuchte relativ schnell nach vorne zu spielen und tanzte auch den einen oder anderen HSVer aus, aber die Torchancen, die sich ergaben, waren dann entweder nicht zwingend genug, oder wurden doch noch vereitelt. Die HSV-Fans konnten sich mit dem Spiel offenbar nicht so richtig anfreunden, jedenfalls verstummten die meisten Gesänge recht schnell. Wenn mal was zu hören war, dann leise aus Richtung der CFHH-Ultras, oben in der Stadionecke im Block 22C.

Interessant übrigens, dass der HSV zumindest von außen mit der bei St. Pauli üblichen 4-2-3-1-Taktik spielte. Passspiel und Laufwege wirkten allerdings etwas unpräziser und schlechter abgestimmt. In den Ruhesituationen wirkte es zudem etwas weniger sortiert, als bei uns. Mag aber auch daran liegen, dass wir diese Aufstellung seit Saisonbeginn einstudiert haben, während man dort ja eher notgedrungen auf die Verletztenmisere reagieren mußte und sonst mit zwei nominellen Stürmern auftritt.
Außerdem wirkt es beim magischen FC auch irgendwie schneller. Ich wäre eeecht mal an einem direkten Vergleich interessiert, gerade wo uns, laut Fangesang, in Liga 2 ja langsam die Gegner ausgehen ;-). Ernsthaft: Ein Derby hätte schon mal wieder was. Und ich wäre mir nach der Spielanlage im Moment wirklich nicht sicher, dass wir dabei schlecht aussähen.

Nach der Pause war dann aber alles doch irgendwie anders. Die Stellinger kamen wie ausgewechselt aus der Kabine und machten schnell das 1:0 – und bei Wien brachen alle Dämme. Die Abwehr glich mehr und mehr einem Hühnerhaufen, was der HSV schnell mit dem 2:0 bestrafte. Dazu kam die immer noch fehlende Durschlagskraft im Angriff. Der HSV witterte morgenluft und spielte sich noch ein paar ordentliche Chancen heraus, aber die Verwertung war dann doch eher mau. Immerhin drehte jetzt auch der blau gewandete Anhang auf, das eine oder andere Liedchen waberte über die Nordkurve und sogar meine zwar HSV-affinen aber eher zurückhaltenden Sitznachbarn ließen sich anstecken und summten mehr oder weniger eindringlich mit (okay, eh hier Steine aus HSVer-Richtung fliegen, die haben den Mund aufgemacht und mitgesungen, ich geb’s zu!).

Apropos Mund aufmachen – großartig der HSVer hinter mir, der von Beginn an jede Aktion des Schiris beschimpfte. Ballkontakte für Rapid rote Karten fordernd kommentierte, Fouls von HSVern als “lapalie!” und “da war nix” erklärend.

Andererseits war der Auftritt von Wien und Schiedsrichter auch wenigstens irritierend. Selbst ich begann mich, nach ca. 60 Minuten und diversen gelben Karten richtung Grün-Weiß zu fragen, ob nicht inzwischen jeder der Österreicher mindenstens einmal den gelben Karton gesehen haben dürfte.

Zur 75. Minute starteten die Wiener dann die Rapid-Viertelstunde. Aber irgendwie war selbst von der dann nicht mehr wirklich was zu hören. Der HSV wechselte auf die Minute passend aus, so dass der aufbrandende Jubel für den bis dato verletzten Mladen Petric die ersten Gesänge aus Österreich deutlich übertönte.

Naja, nach gefühlten 25 Gelben für Rapid (die gar nicht so unfair waren, wie das jetzt klingt) wurde dann abgepfiffen. Ohne Platzverweis.

Ich war zu dem Zeitpunkt irgendwie auch ganz glücklich, dass das Spiel vorbei ist. Kalt wars nämlich schon. Twittern und SMSen ohne Tippfehler war auf jeden Fall dank zitternder Finger etwas herausfordernd.

Nach dem Spiel dann gabs noch ein gemütliches Astra (!) in St. Pauli (!!) mit Blick auf das heimische Millerntor.
Da hinten im Wald gibt’s halt dann doch nix, außer dem Stadion.

Dank guter Gesellschaft und interessanter Spiele – vermutlich nicht mein letztes Mal im Volkspark. Und wenn es nächste Saison hoffentlich wirklich ein Derby zwischen St. Pauli und dem HSV geben sollte, lern ich dann auch mal die Südtribüne aus der Nähe kennen (ich war tatsächlich noch nie mit St. Pauli in der ’neuen‘ Arena).