Mondlandung in Rostock

Ich weiß, ich bin spät. Andererseits, bei nem Freitagsspiel am Sonntag den Beitrag schreiben passt, das sind auch 3 Tage, also.. Am Mittwoch den Beitrag für das Montagsspiel. Ist schon okay.

Rostock ist ja schon immer unser besonderer Lieblingsclub gewesen, von daher natürlich nicht nur auf dem Platz Brisanz . Und natürlich entsprechend groß der Jubel, als wir dann nach 90 Minuten mit 2:0 vom Platz.. äh… anders

Als Deniz Naki nach 90 Minuten die St. Pauli-Flagge in den Rasen der DKB-Arena steckte, war die Begeisterung gigantisch. Für mich auch immer noch ein sensationelles Bild. Ganz großes Kino, auch wenn das evtl. ewas übermotiviert war, aber.. Hachz. So will Fan das doch, nä?

Sicher, das Spiel war nicht überragend, aber wer am Ende mit 2:0 vorn liegt, hat in der Regel auch verdient gewonnen. Hinten überwiegend sicher gestanden. Und vorne ging halt erstmal nur wenig. Aber am Ende ging halt das entscheidende. Zwei Tore. Fein.

Was nicht ging, war das Pyrogezündele im St. Pauli Block. Bei aller Toleranz, das ist vor allem erstmal dumm. Und diejenigen, die meinen, man müsse sich ja gegen Rostock wehren und die hätten angefangen.. Hallo? Nehmt ihr jetzt Pyros mit, für den Fall, dass was passiert? Und wieso glaube ich euch das nicht? Wenn wir zuhause das nicht von anderen sehen wollen, dürfen wir das erst recht nicht woanders machen. Naja.

Was zumindest grenzwertig war, war Deniz Nakis “Torjubel” mit der Halsabschneider-Geste. Ich persönlich finde das ja gar nicht weiter schlimm. Ich seh auch keine verletzte Vorbildfunktion. Dazu sind so Gesten für mich auch einfach inzwischen zu beliebig (und ich bin Internetsozialisiert. “Geh sterben” lässt mich ja auch nicht zucken). Aber es war dumm. Dumm, weil man den DfB kennt (und ich finde 3 Spiele Sperre dafür deutlich übertrieben, wenn man überlegt, was sonst noch so mit 3 Spielen bestraft wird). Dumm, weil man damit den Idioten noch mehr Gründe zum Ausrasten gibt. Aber nun gut, der Junge ist 20, da muß man dann auch mal etwas Toleranz ihm gegenüber zeigen.  Und wenn ich lese, dass er sich wohl munter Beschimpfungen wie “Kanake” anhören mußte (super, ey, der ist DEUTSCHER U21 Nationalspieler, ihr Idioten! Nicht, dass die Beschimpfung sonst okay wäre…), ist zumindest nachvollziehbar, warum er nicht vollständig gelassen gegenüber dem rostocker Anhang war.

Naja, dafür – siehe oben – fand ich die Mondlandung einfach nur großartig.
Sorry, aber sowas muß sein. Das ist für ich auch nicht mal annährend unsportlich, sondern einfach nur cool. Und da würde ich mich auch nicht beklagen, wenn das Gegner bei uns machen.

Und damit dann auch das Fazit: GEWONNEN! IN ROSTOCK! WOOOOHOOOW! Danke Deniz. Danke Matze. Danke FC St. Pauli!

Flash Forward

Der Sommer ist vorbei und neben dem Ende der Fußballsommerpause ist das eigentlich positive, dass die Sommerpause im TV Vergangenheit ist. Und das führt dazu, dass nicht nur alte, liebgewonnene Shows in eine neue Season starten, sondern auch dazu, dass ein paar neue Formate auf den Small Screen kommen. Eins davon ist Flash Forward.

Stellt euch einfach vor, ihr werdet an irgendeinem Dienstag, 11:02:14 wach, nach dem Ihr einen Blackout hattet, einen Blackout von genau 2:17 Minuten. Und alle anderen auch. Und alle, jedenfalls alle mit denen Ihr redet, haben während dieses Blackouts einen Traum. Oder besser: Eine Vision. Und zwar alle vom selben Zeitpunkt, ein halbes Jahr in der Zukunft. Kanonisch. Man kann eure Visionen aneinanderlegen, wie ein Puzzle.

And everything falls into place.

Passt einfach. Stimmig. Kurz gefasst haben wir hier also im Prinzip das Bild aus den Augen aller Menschen zu einem definierten Zeitpunkt in ca. 6 Monaten. Und jetzt was? Herausbekommen, warum diese Vision entstand. Herausbekommen, was genau in der Zukunft passieren könnte. Herausbekommen, ob es einen Verursacher gibt und wenn ja, welchen. Und nebenher dürft ihr auch noch mit euren eigenen, kleinen Problemen kämpfen. Stellt euch vor, in Eurer Vision lag nichtmehr euer jetziger Partner neben euch im Bett, sondern jemand, den Ihr noch nie gesehen habt. Komisches Gefühl?

Und immerhin kommen die Protagonisten schnell auf die Idee im Internet erstmal eine Art Social Network aufzuziehen, in dem jeder seine Vision beschreiben kann. So ergibt sich nach und nach ein Bild vom Stichtag.

Im Fokus von Flash Forward steht eine kleine FBI-Einheit, die versucht das ganze aufzuklären. Rauszukriegen, was in 6 Monaten passiert, rauszukriegen, welchen Wert diese Visionen tatsächlich haben. Und Fragen zu stellen, nach der Ursache.

Vom Gefühl her ist Flash Forward irgendwo zwischen Lost und Jericho.
Das eine oder andere WTF ist gewährleistet, und wer mir bei Twitter followed kennt das, wenn ich Lost gucke. Und wie in beiden Shows geht es darum, sich in einer veränderten Welt zurechtzufinden, herauszubekommen, was sich verändert hat und warum.

Aber: Nicht nachdenken. Noch weniger, als sonst. Das klassische Zeitreise-Dilemma brüllt einen sonst nämlich ziemlich laut an. Nach einer Folge schon.

Wenn ich die Zukunft sehen kann, steht sie fest. Ist nicht veränderbar. Sonst hätte ich sie nicht sehen können. Oder ist es so, dass es eine mögliche Zukunft ist, aber nicht die tatsächliche? Kann ich ändern, was ich gesehen habe? Oder verändert das, was ich tue weil ich versuche dem zu entgehen, was ich gesehen habe, meine Zukunft so, dass das passiert, was ich sah? Ist es eine Vision der Zukunft oder eine Vision ohne Hintergrund? Und wer sind die ominösen Menschen, die man auf wenigen Videoaufzeichnungen während des Blackouts sieht, die offenbar nicht im Tiefschlaf liegen? Und was ist da Anfang der Neunziger in Somalia passiert?

Fragen über Fragen. Und bisher auf jeden Fall sehenswert!