Neulich bei der Post

Ich bin ja Dienstleister, beruflich, versteht sich…

Und ich vermute mal, dass vielleicht 1/3 aller Deutschen auch irgendwie „Dienstleister“ sind, ebenfalls beruflich, versteht sich. Also das was die Mal mehr, Mal weniger lieben Menschen bei der Post hinter dem Tresen auch sind. Also sollte man meinen, man hat dafür Verständnis, oder?

  • Beispiel 1: 2 Personen vor mir in der Schlange. Person 1 möchte sein Mobiltelefon-Konto (Prepaid) aufladen. Scheinbar muss man dafür bei der Post seine Mobiltelefon-Nummer in das Pin-Eintipp-Gerät tippen, was auch für die Maestro-Karten-Transaktionen verwendet wird. Zweimal (wohl um sicherzustellen, dass man sich nicht vertippt hat). Nun schafft Person 1 dies irgendwie reproduzierbar nicht. Die nette Dame hinter dem Tresen bemüht sich geduldig um ihn, und nach einiger Zeit (ja, mir war auch langweilig), schafft Person 1 es dann tatsächlich seine Nummer einzugeben, das Mobiltelefonguthaben ist aufgeladen. Super!
    Nun Tritt Person 2 an den Tresen und beginnt sich zunächst einmal zu beschweren, dass das ja so lange gedauert hätte. Wie das denn sein könne, dass die Dame hinter dem Tresen so lange bräuchte für so etwas Einfaches. Und überhaupt sei sie bestimmt unfähig oder wenigstens doof.
  • Beispiel 2: Es gibt Päckchen und Pakete bei der Post. Hauptunterschied aus meiner Warte ist zunächst mal, dass Päckchen nicht versichert sind. Es gibt auch Aufkleber, die jeweils sehr deutlich machen, dass sie eben für Päckchen oder Pakete sind. Klebe ich nun einen Paket-Aufkleber auf einen Karton mit Inhalt und bringe diesen zur Post, dann gebe ich damit meiner Meinung nach zu verstehen, dass ich besagten Karton eben als Paket und damit versichert verschicken will. Ich würde nicht damit rechnen, dass mich jemand noch einmal darauf hinweist, dass dies kein Brief, und auch kein Päckchen ist. Spätestens wenn man mir den Preis nennt und ich mich darüber wundere, dass ich mehr als die üblichen 3,90 Euro bezahlen muss, würde man mir vermutlich mitteilen, dass ich dazu eben ein Päckchen inkl. Entsprechenden Aufkleber verschicken müsste.
    Ich kann natürlich auch am nächsten Tag noch einmal vorbei gehen und mich lautstark und unfreundlich beschweren, wie unfähig und unbegabt die Dame hinterm Tresen ist und überhaupt.

Was lässt Menschen so handeln? Warum wird man sofort sinnlos persönlich und unsachlich? Warum erstmal zutreten bevor man (wenn überhaupt) fragt? Am Ende ist man selbst doch vermutlich auch genervter als vorher. Was also bringt es einem? Ich reg mich ja auch ab und an auf, aber so?

Von daher mal ein Plädoyer für mehr Ruhe und ein wenig mehr Freundlichkeit im Alltag:

Keep cool!

Autoreparatur III – Servicementalität

Immerhin ist es nun wieder heil. Aber die Servicementalität der Werkstatt finde ich trotzdem beeindruckend (nochmal kurz zusammengefasst):

  • Dienstag früh, 08:30: „Ich schaue mir das gleich an, in 1 bis 1,5 Stunden sage ich bescheid“.
    Um 15:00 erhielt ich den Anruf mit der Info und „Sie können Ihn Mittwoch nachmittags abholen!“.
  • Mittwoch 14:45: Anruf „Wird teurer, dauert länger,  Sie können Ihn Donnerstag nachmittags abholen!“. (Fällt denen natürlich früh ein, irgendwie ist für mich 14:45 schon Nachmittag (denn es ist *nach* dem Mittag, also sagen wir mal nach 14:00. Bis dahin hätte das liebe Autochen ja eigentlich schon zusammengeschraubt und abholbereit da stehen sollen, oder? Also hätten die mich doch eigentlich schon am Mi. Morgen anrufen müssen um mir das zu sagen?
  • Freitag, 08:30: Vorort, „Da ist der Meister noch dran, der will den nochmal warmlaufen lassen und abkühlen um zu sehen ob alles in Ordnung ist“. JETZT rege ich mich langsam auf. Angekündigt war Donnerstag Nachmittag, also meinetwegen auch Do. 16:00. Wenn man dann merkt es klappt nicht kann man doch wenigstens mal Bescheid sagen, oder?
  • Freitag, 15:30: Auto abgeholt. Ich war erstaunt dass nicht noch
    was dazwischen kam.

Bin ich das, oder ist das völlig unprofessioneller Service? Wenn ich meine Deadlines so einhalten würde wie diese Werkstatt, und dabei vor allem auch noch meine Kunden völlig ignorieren (Ich stelle mir grad den Anruf 2 Stunden nach Deadline vor „Wo bleiben denn die Resultate?“ – und die Antwort „Och, mein Kollege wollte noch drauf schauen, vielleicht morgen oder so“), ich wäre längst und zurecht meinen Job los. Aber die Werkstatt scheint sich sowas ja erlauben zu können. Ach ja, dafür hat der Meister es noch geschafft mein Autoradio
offenbar länger vom Strom zu trennen, so dass die ganzen Speicher jetzt
leer sind. Super, er macht was heil und was anderes „kaputt“.

Ich könnte mich ja aufregen…