Long Time no see: Holz am Mittwoch

Das letzte Mal, dass ich ein Stöckchen beantwortet habe, ist schon eine Weile her. Dabei gab es dafür verschiedene Gründe. Entweder war das Stöckchen an sich doof oder das was ich dazu hätte beitragen können wäre extrem langweilig gewesen oder es war dann doch einfach zu lang.

Gestern hat mich Thommy von Thombl mit einem Stöckchen beworfen. Mal wieder geht es um Fragen – und in diesem Fall ist die Menge überschaubar, so dass ich mal wieder mitspiele 🙂

Ach ja, “Regeln” gibt es auch… na dann:

Beantworte alle Fragen, ersetze eine Frage, die du nicht magst mit einer anderen und füge eine neue Frage hinzu. Bewerfe 8 weitere Blogs.

Welches Parfum benutzt Du zur Zeit?
Erste Frage und schon mein Streichkandidat. Man kann doch eh nicht riechen, was in Blogs steht 🙂

Song des Tages?
Ich hock im bus und steh im Stau, von daher geht mir gerade irgendwas wie “I’m walking” durch den Kopf.

Was ist Dein Lieblingsfilm?
Gibt es nicht. Es gibt viele großartige Filme, aber einen Lieblingsfilm hab ich nicht.

Was ist Dein Highlight des Tages?
Der Tag ist noch jung, aber bisheriges Highlight sind inzwischen 40 Minuten Stau auf ner Strecke, für die sonst 27 Minuten reichen. Und ich bin noch lang nicht am Ziel.

Was willst Du unbedingt lernen?
Wie man den eigenen, inneren Schweinehund häufiger und konsequenter überwindet.

Was hast Du zuletzt gekauft?
Öh…das müßte Gestern eine Käselaugenstange zum Mittagessen gewesen sein.

Was ist momentan Dein wichtigstes Ziel?
Kurzfristig: Zur Arbeit kommen (wir erinnern uns: Bus im Stau…)
Langfristig: Ihr müßt nicht alles wissen.

Was denkst Du über die Person, die Dich getagget hat?
Netter Twitterkontakt, besonders bei Trash-TV lustiger Mitgucker.

Wenn Du ein komplett eingerichtetes Haus irgendwo auf der Welt bezahlt bekommen würdest, wo würdest Du es hinhaben wollen?
Mal ehrlich: Was hab ich von einem Haus, irgendwo in der Welt? Also mal als Beispiel: Ich hab ein Haus in Australien, wie komm ich hin? Wie komm ich zur Arbeit? Oder muß ich dann auswandern?

Anyway: Hamburg, irgendwo an der Außenalster, mit Blick auf den See und etwas Grünfläche.

Vermutlich selbst wenn die ganzen Probleme da oben gelöst wären.

Was würdest Du, wenn Du könntest, an Dir ändern?
Puh. Ich find mich eigentlich ganz gut. Trotzdem gibt es ziemlich viel, was ich ändern würde. Seien es gesundheitliche Dinge oder meine (un-)Sportlichkeit bzw. den inneren Schweinehund und meine besondere Beziehung zu ihm. 😉

< Kurze Anmerkung: Jetzt ist äh.. einige Stunden später und ich steh nichtmehr im Stau >

Wenn Du die nächste Stunde irgendwo auf der Welt verbringen könntest, wo wärst Du dann gerne?
Nicht im Büro 😀

Was ist Dir an Freunden wichtig?
Ganz allgemein eine gemeinsame Wellenlänge. Verlässlichkeit bei wichtigen Sachen.

Wen würdest Du gerne mal treffen?
„…mal wieder treffen“, wäre es bei mir eher. Menschen, die ich sehr mag.
Promis etc. finde ich zwar ganz spannend, aber irgendwie ist mir das echt relativ unwichtig.

Was ist Dein Lieblingsstück in Deinem Kleiderschrank?
Mein “Weltkulterbe”-Glücks-T-Shirt.

Was ist Dein Traumjob?
Blöde Frage, ganz ehrlich: Ich kann nur meinen Job beurteilen. Und halt die Nebenjobs oder Jobs die ich so hatte.
Mein Traumjob? Online-Marktforscher, nur besser bezahlt und mit weniger generve. 🙂

Was sind Deine Lieblingsbands (Künstler)?
Das verändert sich dauernd, aber so über mein Leben zurückblickend sicher die Pet Shop Boys, Queen, Green Day, Rammstein, Fanta 4, Blumentopf, Seeed.
Das sind jedenfalls die, von denen ich am meisten Platten habe und die ich am häufigsten höre.

Wer da ein Muster erkennt bekommt ein Kreativitätssternchen.

Was ist Deine Lieblingsgroßstadt?
Hamburg. Aber Hamburg ist einfach auch Zuhause.

Was ist zur Zeit Dein Lieblingslied?
Ächz. Ich glaub in letzter Zeit dudelt am häufigsten “Revolution” von Stefanie Heinzmann auf meinem iPhone, aber.. hm, Lieblingslied?

Was ist Deine Lieblingsserie?
Seinfeld.

Was hast Du gerade an?
Schwarzes T-Shirt, Jeans, Sneaker

Was war heute Dein Mittagessen?
Vermutlich wird mein Mittagessen gleich ne Käselaugenstange…

Wann hast Du heute Feierabend?
Wenn nix dazwischen kommt, verlasse ich mein Büro gegen 18:20, werde aber auf der Heimfahrt noch arbeiten, also echten Feierabend wohl gegen 19:30.

Welche Farbe hat die Bettwäsche, die gerade aufgezogen ist?
Müsste blau sein.

Welche Tintenfarbe hat Dein Lieblingsstift?
Was ist ein Lieblingsstift? Ich nehm einfach den, der in der Nähe liegt.

Was würdest Du mit 5000€ machen?
Bisschen was beiseite legen und mir irgendwas schönes kaufen.

Würdest Du etwas an Deiner Vergangenheit ändern, wenn Du die Macht und Möglichkeit hättest?
Ja. Ohne es zu bereuen, aber es gab einige Sachen, die ich im Nachhinein gerne anders gemacht hätte.

Wann hast Du Dir zuletzt einen Fussel aus dem Bauchnabel gepult?
Was weiß denn ich?

Wann musst Du morgens aus dem Bett, um pünktlich bei der Arbeit zu sein?
Wenn ich mich mit Waschen + Anziehen ranhalte 07:45.

Habt ihr euch schon mal ein Stöckchen ausgedacht?
Ja, das Glücksstöckchen. Und – ja, ich bin eingebildet – ich finde es ist sogar ein ausgesprochen gutes Stöckchen 🙂

Nun meine neue Frage:
Wer wills haben?

Hier brech ich mal die Regeln und lass es einfach liegen. Ich glaub einige meiner Leser hatten es schon und bei den anderen weiß ich nicht, ob sie es haben wollen (oder sie haben genug anderes zu bloggen, gerade). Wenn jemand es haben will – greift zu!

Vor 9 Jahren…

So ungefähr 20 Jahre meines Lebens bin ich inzwischen St. Pauli-Fan.

20 Jahre Aufs und Abs.

Zwei selbst miterlebte Aufstiege in die Bundesliga: Gegen Homburg und gegen Nürnberg.
Der erste begleitet von 1000en Fans, die direkt am Feld standen. Von der Ungewißheit, ob wir trotz 5:0 gegen Homburg, bei wunderschönem Sommerwetter, vielleicht doch nicht aufsteigen. Nicht aufsteigen, weil irgendwie, irgendwer das Spiel annulieren, uns die Punkte aberkennen könnte. Der zweite gefeiert auf dem Heiligengeistfeld, während das Team in Nürnberg spielte. Das entscheidende Tor durch Deniz Baris. Public-Viewing in seinen Anfängen.

Drei Abstiege in Liga 2, der erste davon sogar noch in der Relegation gegen die Stuttgarter Kickers.
Nach zweimal 1:1. Im Entscheidungsspiel in Gelsenkirchen (und dann wundert man sich, dass ich Schalke nicht leiden kann).

Ein Abstieg in die dritte Liga, nur ein Jahr nach dem Abstieg aus der Bundesliga. Durchgereicht werden.
Und natürlich der Aufstieg in die zweite Liga vor zwei Jahren.
Am vorletzten Spieltag gegen Dynamo Dresden schon alles klar gemacht. Jubelnd auf dem Spielbudenplatz.

Davon 14 Jahre mit Dauerkarte. 14 Jahre, in denen ich nahezu jedes Heimspiel gesehen, erlebt habe. Alles in Allem wohl irgendwo zwischen 250 und 300 Spielen am Millerntor. Nach vier Jahren Auszeit in der kommenen Saison dann wieder mit Dauerkarte. Ich freu mich drauf.

Aber trotz dieser Unmenge an Spielen, eines sticht heraus. Eines, das ich mit so vielen Emotionen verknüpfe, wie kein anderes. Eines, nach dem ich im Stadion mehr als nur eine Träne verdrückte. Eines, bei dem die Anspannung größer war als bei allen anderen.

Der emotionalste Moment meiner Fußballleidenschaft, jetzt, vor fast genau 9 Jahren.

26. Mai 2000 gegen 20:45.
FC St. Pauli – Rot-Weiß-Oberhausen.
90+ Spielminute.
Torschütze zum 1:1: Marcus Marin.
Vorarbeit: Ivan Klasnic.
Klassenerhalt in Liga 2.

Stammplatz mit Steuermann

…oder wie heißen diese Paddelboote?

Achter.

Genau. Damit ist im Prinzip die vergangene Zweitligasaison für den FC St. Pauli schon sehr treffend zusammengefasst. Mit einigen Ausrutschern nach oben (und der Hoffnung Angst, man könne evtl. um die Bundesligaqualifikation mitspielen) in der Vorrunde.
Aber so eigentlich?

Achter.

Gefühlt die komplette Rückrunde, nie wirklich mit Gefahr  von unten (super, ich kann mich an keine so entspannte zweite Saisonhälfte in der zweiten BL erinnern), nie wirklich reelle Chancen nochmal oben anzuklopfen. Klar, viel geärgert über sinnlos liegen gelassene Punkte (in Frankfurt, in Wiesbaden, in München, in … der geneigte Leser weiß es längst – Auswärts ist nicht so unsers). Viel gefreut über mehr oder weniger gute Heimleistungen. Viel Spaß gehabt am Millerntor und einen neuen Platz im Stadion gefunden (Südkurve). Nach Nordkurve links, Nordkuver mittig, Gegengerade Links, Gegengerade rechts, Gegengerade mitte und – wenn man die zwei oder drei Mal mitzählt, die ich dort danach saß – Haupttribühne links – mein Achter “Stammplatz” im Stadion übrigens. Ja, ich bin in knapp 20 Jahren St. Pauli viel gewandert.

Achter.

Immerhin ein Platz besser, als letzte Saison. Und wenn man die Verläufe übereinanderlegt sieht man, dass viel mehr als nur ein Tabellenplatz dazwischen liegt, sondern eine im Durchschnitt wesentlich entspanntere, souveränere Saison. Saisonziel also mit Bravour erreicht: Besser als letzte Saison abschneiden. Danke dafür!

Seit Neuestem dann auch noch mit dem richtigen Trainer – Stani hat seinen Schein gemacht und ist – nein, nicht Achter – Jahrgangsbester. Gratulation dazu, auch wenn es ein paar Tage her ist. Als einziger der bereits in Clubs angestellten Trainerazubis übrigens seinen Job behalten. Und dann Jahrgangsbester. Respekt. Hoffen wir, dass die Theorie uns nächste Saison auch in die Nähe eines Jahrgangsbesten bringen.

Unser Steuermann.

Ich will ja nach wie vor in die erste Liga. Will gegen den HSV spielen, statt gegen Ingolstadt. Bei Bayern verlieren, statt bei 1860. Und mal wieder eine Saison mit zwei Siegen gegen Hoffenheim, hätte auch was 😀 (wobei, mit etwas Glück steigen die ja nächste Saison schon wieder ab, vorstellbar ist es).

Aber wer weiß schon, was passiert. Nächste Saison Ist immerhin das achte Jahr seit dem letzten Bundesliga-Abstieg.

Und wenn es nächstes Jahr um was geht, bin ich auch wieder enthusiastischer bei der Sache. Das was die Vorstädter da gemacht haben, war schon ganz großes Hochspannungskino. Mit so nem Finale aufsteigen, nächste Saison? Zum Hundertjährigen?
Hätte doch was!

Und wenn wir danach Achter würden? Gar nicht auszumalen.

Darum bin ich nämlich eigentlich Fußballfan. Stress, Spannnung, Angst, Zittern, Panik, Jubel, Freude, Euphorie. Nicht Achter. Nicht Entspannung.

Für das zweite Jahr zweite Liga ist Achter beachtlich. Mehr aber auch nicht. Und nach einer entspannten Saison wäre mir Spannung im nächsten Jahr  ganz recht.  Dann vielleicht zwei(t)er mit Steuermann? Wer weiß!