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Es tut sich was auf dem MP3-Markt…

September 30, 2007 · Abgelegt unter IT und Technik, Kultur, Marketing · Comment 

Im Prinzip war das ganze wirklich “nur” eine Frage der Zeit, bis so ein Angebot rauskommen würde. Trotzdem schön, dass es endlich soweit ist (wenn auch derzeit erstmal nur in den Staaten):

Amazon.com bietet ab sofort MP3 Downloads an.

Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil das ganze ohne DRM abzugehen scheint.

Besser als ITunes, nicht teuerer als ITunes.
Das könnte den Markt ganz gewaltig umkrempeln.
Und das praktische ist: Es geht dank Kreditkarte auch von hier aus :-)

(Via http://anmutunddemut.de/2007/09/25/amazonmp3/)

Rauchverbot

September 24, 2007 · Abgelegt unter Kultur, Politik · 1 Comment 

Langsam nährt sich der deutschen Gesellschaft ja der große Unbekannte namens „Rauchverbot“. Kurz: Ab Neujahr 2008 darf in Kneipen nicht mehr geraucht werden, oder diese müssen einen extra „Raucherraum“ zur Verfügung stellen. De Facto heißt das für die meisten Lokale wohl ein totales Rauchverbot.

Jetzt zeigen diverse Erfahrungen im Ausland (Spontan fallen mir Irland und Italien ein), dass dies – obwohl der Anteil der Raucher in der Bevölkerung dort höher ist als hier – einen positiven Effekt hat. Die Umsätze der Kneipen sind dort wenn ich das richtig mitbekam gestiegen.

Dass sich nun viele Raucher „wehren“ – also durch Unterschriftenlisten etc. versuchen politischen Einfluss zu nehmen um ihr „Recht auf Rauch“ zu verteidigen finde ich ja noch einigermaßen nachvollziehbar. Aber dass sich viele Wirte offenbar von den Rauchern instrumentalisieren lassen finde ich doch etwas erstaunlich. Denn – siehe oben – Offenbar ist es vom Umsatz eher im Interesse der Wirte rauchen zu verbieten.

Zudem ist die aktuelle Diskussion wie ich finde sehr scheinheilig. Raucher klagen über intolerante Nichtraucher (ja, ich bin auch Nichtraucher), weil diese Ihnen das Rauchen verbieten wollten. JA! Wollen wir! Wir verbieten es Menschen auch in der Stadt schneller als 50Km/h zu fahren, weil das Risiko für andere dann „zu hoch“ ist, in einen Unfall verwickelt zu sein. Wir verbieten es jugendlichen Alkohol zu trinken, Erwachsenen mit Chemikalien herumzuspielen, Erwachsenen grundlos mit Schusswaffen umher zu rennen oder gar damit durch die Gegend zu ballern (über diverse Einschränkungen dieser Verbote und deren Sinnhaftigkeit ein anderes Mal).

Alles mit dem Ziel unbeteiligte zu schützen. Und das scheint inzwischen ja bewiesen: Auch passivrauchen macht krank!
Von der Raucherlobby bzw. den Rauchern kommt dann inzwischen oft das Argument man können ja zuhause bleiben. Außerdem gäbe es doch ganz viele Nichtraucherkneipen wenn der Bedarf so riesig wäre.
Zum ersten: Mit der Argumentation kann ich auch behaupten wer ein Problem damit hat, wenn PKW mit 200Km/h durch die Stadt reisen könne ja zuhause bleiben.
Zum zweiten: Solange der Markt hier völlig frei ist, offenbar ja nicht. In nahezu jedem Freundeskreis ist ein Raucher, der von den anderen (Toleranten!) Nichtrauchern natürlich nicht ausgegrenzt wird. Also nimmt man –vielleicht auch aufgrund des niedrigen Leidensdruckes, oder eben weil die Alternativen fehlen, in kauf, dass man in einer verqualmten Kneipe sitzt. Möglicherweise leicht genervt wenn man danach wieder den Geruch der Klamotten riecht. Es gibt nämlich keine Alternativen. Und der Wirt, der als einziger eine Nichtraucherkneipe aufmacht geht ein recht großes Risiko ein, weil eben ein einziger Raucher in einer Gruppe Nichtraucher diese aus dem Bereich seiner Zielgruppe zieht.
Also muss der Staat eben eingreifen. Denn wenn alle Kneipen Nichtraucherkneipen sind, haben wieder alle Wirte gleiche Bedingungen. Wir werden sicherlich sehen, wie relevant ein Raucherraum ist, nach genau den „Freier Markt Theorien“ müssten Kneipen die auch Raucherbereiche haben ja im Vergleich deutlich mehr Umsatz machen.

Ich persönlich freue mich jedenfalls auf rauchfreie Abende und darauf morgens aufzuwachen und nicht in den Haaren noch den Tabak unbekannter dritter von gestern Abend zu riechen. Ich bin übrigens relativ sicher, dass auch die Raucher die jetzt noch so laut jammern recht schnell wieder in ihre gewohnten Kneipen einkehren werden (zusätzlich zu all den Nichtrauchern die sich dort nun länger aufhalten, weil die Luft besser ist), denn das Eingeständnis, man sei so süchtig, dass man es in der Kneipe ohne Glimmstengel nicht aushält wird einigen bestimmt ausreichend peinlich sein, dass sie sich das noch einmal überlegen.
Vielleicht wirkt sich das ganze sogar positiv auf den Getränkeverkauf aus (toll für die Wirte), da man jetzt weniger Zeit mit Ablenkung durch die Zigarette verbringt.
In England war es wohl so, dass dank des Rauchverbotes mehr SMS geschrieben wurden. Ach hier hatten die Raucher offenbar die Hände einfach zu frei, und haben sich eine Ersatzbefriedigung gesucht.

Eine SMS kostet ungefähr so viel wie eine Zigarette. Passt doch!

Denglish

September 18, 2007 · Abgelegt unter Kultur · Comment 

Die Mopo hat mal wieder das Thema „Wir sprechen immer weniger Deutsch“ entdeckt, dabei ist der Sommer doch gefühlt vorbei.
Naja, immerhin gibt es mir einen Aufhänger mal öffentlich über das Thema nachzudenken.

Zugegeben, es gibt inzwischen leider unglaublich viele englische Begriffe die dort wo sie eingesetzt werden keinen Sinn haben bzw. zum Teil sogar völlig falsch eingesetzt werden. Zugegeben, es gibt unglaublich viele Werbesprüche auf Englisch, die wenn man ein bisschen Sprachgefühl hat sowieso schon mal falsch klingen und – viel dämlicher – die Zielgruppe nicht erreichen.

Aber muss man deswegen mal wieder nach Gesetzen schreien, die das reglementieren? So etwas verändert sich im Laufe der Zeit doch sowieso von allein. Wer mal in der U-Bahn neben jugendlichen von heute gesessen hat, kommt dabei zudem finde ich zu einem ganz anderen Ergebnis. Nicht „Denglish“ ist hier das Problem, sondern schlicht die Einfallslosigkeit mit der Sprache scheinbar inzwischen verwendet wird. Rein subjektiv haben da inzwischen viele einen auf das nötigste reduzierten Wortschatz, der – wo nötig – mit „alder“, „digger“ oder „krass“ ergänzt wird, was dann scheinbar einen vollständigen Satz ausmacht. Ach so, Artikel und ähnliches sind wohl auch nicht mehr nötig.

Das Problem ist nämlich nicht, dass viele Menschen zunehmend mehr englische Begriffe benutzen, das Problem ist, dass immer weniger Menschen in der Lage sind Deutsch ausreichend variabel zu verwenden, dass sie das Gefühl haben damit alles was ihnen durch den Kopf geht ausdrücken zu können.
Im Umkehrschluss fällt es jemandem der besser Deutsch spricht zudem vermutlich auch leichter mit Anglizismen um sich zu werfen ohne dabei gleich die eigene Sprache zu vernachlässigen.
Man ist dann nämlich auch viel mehr in der Lage auch mit Sprache zu Spielen. Die „Sprachverteidiger“ weisen ja unter anderem immer mal wieder darauf hin, dass die Deutsche Sprache so schöne Wortspielmöglichkeiten böte. Genau dies kann ich doch aber nur dann auch machen, wenn ich ausreichend gut gebildet bin um die Sprache auch so einzusetzen (und nebenbei bietet die Englische Sprache ja auch die Möglichkeit zu wunderbaren Wortspielen).

Und um noch einmal kurz auf die englischen Werbetexte einzugehen: So wie es aussieht nimmt die Nutzung englischer Überschriften sowieso gerade ab, weil inzwischen auch die meisten Werbe-Entscheider und Kreativdirektoren gemerkt haben, dass Sie so ihre Zielgruppe eben nur sehr begrenzt erreichen können.

Wenn ich nichts übersehen habe enthält dieser Text bis jetzt übrigens keinen einzigen Anglizismus, und das obwohl es ja gerade genau um dieses Thema geht. Es geht also wunderbarerweise ganz ohne, obwohl ich persönlich dem Englischen durchaus zugewandt bin. Gefühlt schaffen das diejenigen die sich in der Regel über solche Anglizismen beschweren übrigens nicht.