Spitzenreiter, Spitzenreiter, Hey! Hey!

Wenns um Fußball geht, denke ich immer noch überwiegend in Großbuchstaben und Ausrufezeichen. Ich meine.. sowas hier:

FÜNF ZU NULL!!!!

Aber irgendwie trägt das keinen ganzen Blogbeitrag. Okay, ich würde mich vermutlich immer dran erinnern, was ich gemeint habe, nur ein bisschen was zu erzählen gibt es ja auch.

Mein erstes Auswärtsspiel seit ich weiß nicht wie lange. Und dann sowas. Alles fing ganz harmlos an, indem ich den Sonntagabend und den Montag damit verbrachte bei zauberhaftem Sommerwetter durch Aachen zu schlendern (und vermutlich werde ich davon auch noch ausführlicher berichten).

Dabei fielen mir dann auch direkt die ersten Dinge mit Bezug zum Spiel auf. So zum Beispiel, dass die Aachener tatsächlich der Frau Pleitegeiger die Hummel Hummel quasi abgeschaut haben.

hummel_fake

Ja, das ist das tolle Öcher Maskottchen “Al-Aix”. Sieht irgendwie sehr.. grauslig aus. Ich bin ja eh nicht so der Maskottchen-Typ, aber.. der rannte auch in groß im Stadion rum und ich fand das ganze doch eher zum wegsehen. Naja. Ich glaube den Aachenern geht es wenigstens zum Teil wohl ähnlich.

Gen Abend ging es dann langsam in Richtung neuer Tivoli, ich hatte ein Hotel direkt am Hauptbahnhof, und dachte mir dass es nicht so schwer sein sollte, das hinzubekommen. Falsch gedacht. Am Busbahnhof mußte ich drei Aachen-Fans nacheinander fragen, um herauszubekommen, das keiner wußte, wie genau es zum Tivoli geht. Spannend, weil die alle mit dem Bus dahin wollten. Naja, ging dann doch irgendwie. Was auffiel war, mit wie viel Respekt die busfahrende Aachenmeute von St. Pauli sprach. Die meisten spekulierten darauf, dass entweder Lehmann oder Ebbers das erste Tor am neuen Tivoli schießen würden. Für uns.

Optimismus geht anders. Andererseits hatten sie ja recht, Ebbers schoß ja sogar die beiden ersten Tore dort.

Apropos neuer Tivoli… bei der ersten Annährung hat das ganze schon arg was von Parkhaus.

parkhaus_tivoli

Und auch wenn man reinwill. Als Gästefan darf man vom Parkplatz durch den gemütlichen Tunnel da rechts unten. Übrigens auch, wenn man von der Bushaltestelle vor dem Stadion kommt. Also von vor dem Stadion einmal gaaaanz ums Stadion rum, dann ungefähr 200 Meter den Weg entlang zum Parkplatz, dann 200 Meter vom Parkplatz – jetzt hinter dem Zaun – zurück, dann durch die Kontrolle, dann durch den Tunnel, und dann ist man wieder ungefähr dort, wo man vor 10 Minuten schon vorbeigegangen ist. Also ungefähr.

Die Eröffnungsfeier selbst war… eine “offzielle Feier”. Entsprechend langweilig fand ich das ganze. Endlose Interviews mit Leuten, die mir nix sagte. Ich hoffe mal, die Aachener Fans hatten mehr davon.

Das Spiel selbst war – siehe oben – einfach genial. 20 Minuten Abtasten, 20 Minuten (vier!) Tore schießen, 5 Minuten erstaunt sein. Pause. Eine Halbzeit feiern und kurz vor Schluss für Rouven Hennings freuen, dass er endlich mal das Tor trifft. Und singen. Viel singen.

spiel_am_tivoli

Und ich war wirklich erstaunt, wie gut St. Pauli Fußball spielte. Ja, am Anfang gab es zwei recht dicke Chancen für die Aachener, die Hain entschärfte, aber St. Pauli spielte mit. Man hatte fast immer den Eindruck, dass jeder Pass überlegt war, dass die Spieler immer versuchten, nicht nur den Ball los zu werden, sondern tatsächlich schnell und direkt zu einer guten Offensivaktion zu kommen. Okay, nach den Toren lief der Ball dann natürlich sowieso wie von selbst. Für mich besonders auffällig: Die Mannschaft spielt unglaublich variabel. Naki, auf Links angefangen stand plötzlich rechts außen. Thorandt, eigentlich Abwehrspieler, plötzlich im offensiven Mittelfeld, während Lehmann hinten blieb.  Toll. Tolltoll! Wenn das so weitergeht, kann das eine wirklich schöne Saison werden.

Großartig auch, wie wir am Ende der Halbzeitpause anfingen auf die Situation angepasst zu singen. Wer auch immer sich den Song auf die Schnelle ausgedacht hat: Danke!

Alemanniaaaaa!
Ihr verliert, das ist doch klar!
Hier am Tivoliiii
siegt der FC St. Pauli

keine Ahnung, was die Melodie darunter war, aber es war genau das richtige Lied zum richtigen Zeitpunkt.

Und jetzt sind wir Spitzenreiter.
Zweiter Spieltag, zweite Bundesliga, erster Platz: FC St. Pauli.
Alle bisher möglichen Punkte geholt. Und dann dieses Torverhältnis!
Von mir aus könnte die Saison schon vorbei sein. Dann dürfte ich auch das A-Wort in den Mund nehmen, ohne mit sozialen Konsequenzen der anderne Südkurventwitterer rechnen zu müssen. Samstag geht’s weiter gegen Duisburg. Ich bin jetzt schon ganz hibbelig.

7 thoughts on “Spitzenreiter, Spitzenreiter, Hey! Hey!

  1. Hrmpff. Ihr wart zugegebenermassen 200% besser als meine gestrige Alemannia. Mindestens. Trotzdem schön, dass es Dir bei uns gefallen hat 😉
    Habe ferrtig.
    P.S. Abgerechnet wird zum Schluss

  2. @Dirk ich war schwer begeistert von meinen Jungs! 🙂 Und Deine haben nach dem Gegentor wohl zeitweise vergessen, dass sie auch eine Abwehr brauchen… Sah ja davor eher ausgeglichen aus…
    Aachen war insgesamt toll – Bericht folgt noch 🙂
    Und wenn ihr hinter uns zweiter werdet.. ist doch auch okay 😉

    @nedfuller Im Bus zurück traf ich ein Pärchen, die Aachen und BVB-Fans zugleich waren. Erzählten, sie wären am Sa. in Hamburg gewesen. Die hatten quasi an einem Spieltag 9:1 gegen Hamburg verloren. 🙂
    Und aufsteigen? Mal sehen. Ich sag ja gar nix…

  3. Ich ziehe meinen Kommentar vom letzten Spieltag bzgl. der Torwartposition mal geschmeidig zurück… 😉

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