Fest van Cleef – Der grosse Regen

Nachdem mein Mobile-Bloggen von dort ja kläglich gescheitert ist nun also im Nachinein mein Bericht.

Fest van Cleef, Großenfehn, als Teil des Omas Teich Festival, Sonntag, 27. Juli 2008

Der Sonntag fing interessant an. Verabredet mit der besten IT der Welt und der überaus organisierten C. am Bahnhof. Einsammeln und dann im Curimobil auf die Autobahn Richtung Bremen.

Problem: C. hat ihre Karte verlegt oder verloren. Nach kurzem Hin- und her, ob, wie, warum, oder nicht man mit dieser Situation umgeht, einigen die beste IT der Welt und ich uns darauf C. dann eben Zuhause abzuholen, in der Hoffnung dass sich eine Ersatzkarte vor Ort beschaffen lässt. Nachdem ich die Hausnummer praktischerweise vergessen habe und wir C. eingepackt haben kann es dann endlich losgehen.

Angenehme 45° im Auto sorgen für sommerliche Atmosphäre und die freien Strassen können uns auch nicht daran hindern nach guten zwei Stunden vor Ort zu sein. C. bekam ohne Probleme ihre Karte, und da das Hauptfestival “Omas Teich” am Freitag und Samstag stattfand war der erste Eindruck vor allem ein vermüllter, festivaltypischer Campingplatz auf dem ungemein viel Kram zu finden war.
Aber: Selbst die Toiletten waren wirklich noch benutzbar (und das auf einem Festival am dritten Tag).

Insgesamt war es zudem unglaublich entspannt und – zumindest Mittags – angenehm leer. Die Zuschauer verteilten sich über das Gelände, schauten ab und an bei der Bühne vorbei, saßen in der Raucherlounge (in der kaum einer geraucht hat) oder im PS3 Zelt und spielten Singstar. Okay, und es war unglaublich heiß. Schön auch der entspannte Umgang mit allen. Zwischendurch neben Kettcar Bandmitgliedern auch ein paar andere Musiker auf dem “normalen” Festivalgelände gesehen. Netter Umgang mit den Fans, aber auch von Fanseite aus kein “gehype”. Menschen die Musik machen eben. Schön.

festivalatmo_fvc

Zur Musik. Die erste Band die ich bewußt mitbekam war Home of the Lame. Nachdem wir angekommen waren, uns mit den ersten Getränken bewaffnet hatten und einen Platz im Schatten (also am Zaun zu einem der Stände im Sand sitzend) gefunden hatten begannen Home of the Lame mit ihrem Auftritt. Sehr sehr angenehm und perfekt zur Stimmung passend. Sommer-Chill-Musik vom feinsten. Der Name der Band war mir dazu auch sehr sympathisch 🙂 Somit sind die Jungs also der neuste Eintrag auf meiner Habenwollen-Liste was Musik angeht.

Weiter ging es dann mit Ghost of Tom Joad und Niels Frevert. Erstere habe ich so gar nicht mehr im Ohr, letzterer hat mich zwar mit seiner Stimme und seinem Auftritt mit Kettcar beeindruckt, seine eigenen Songs waren aber… sagen wir mal gewöhnungsbedürftig.

Während die Bühnencrew gerade mit dem Umbau beschäftigt war zogen am Horizont bereits tiefschwarze Wolken auf. Kaum gesehen kam auch schon die Durchsage man möge bitte das Gelände räumen. Unwetterwarnung. Witzigerweise fing es genau in dem Moment dann auch spontan an zu stürmen. Wir uns also – wie wohl fast alle anderen auch – durch den jetzt fallenden Regen zum Auto durchgekämpft und erstmal dort ausgeharrt. Irgendwann zogen die Wolken ab und es ging dann tatsächlich weiter.

Nun gut, nach der Unwetterpause ging es dann weiter. Leider wurde aufgrund des jetzt sehr knappen Timings der Auftritt von I am Kloot gekürzt auf drei wunderbare Songst die der Sänger der Band allein mit seiner Gitarre vortrug. Großartige Brit-Pop-Stimme.

Anschließend durfte ich Robocop Kraus das erste Mal hören. Ein paar Herren aus Nürnberg, die.. Elektro-Rock-Balladen-Irgendwas vortrugen. Ich war zunächst skeptisch, aber allein aufgrund des Keyboarders, der teilweise einen Ton alle paar Sekunden spielen mußte und dies jeweils ausgiebig zelebrierte gewann die Band meine Sympathie. Auch musikalisch durchaus zum Reinhören. Auch ein neuer Punkt auf meiner Habenwollen-Liste also. Auf deren Internetseite gibt es übrigens ein paar Beispiele. Reinhören.

Da es jetzt dunkler wurde, kam ein schöner Nebeneffekt der Sturmwarnung immer stärker zur Geltung:
Die an der Bühne hängenden Planen waren abgenommen worden. So hatte man das schöne Panorama auf die diversen Windräder hinter dem Festivalgelände. Gerade gegen Abend wirklich ein eindrucksvolles Panorama – die Bühne mit den Musikern und dahinter die sich majestätisch drehenden Räder. Ich mag sowas ja.

tomte_nachdemsturm

Langsam wurde es düster und die Headliner kamen näher. Zuerst Tomte.
Tomte, die ich von CD wirklich mag, gefielen mir Live überhaupt nicht. Musikalisch nicht, weil Thees, der Sänger, oft kaum gegen die Musik durchkam und auch nicht überragend klang. Sonst nicht, weil die Moderationen einfach nur schlecht waren. Sympathien hat sich Thees jedenfalls bei mir nicht gesichert. Und so war ich nicht alleine recht froh, als Tomte sich dann in den Backstage-Bereich verabschiedeten.

Und dann – gegen 22:00 Uhr – kam Kettcar. Ich hatte ja im Frühjahr schon über meinen Erstkontakt berichtet. Die Jungs um Marcus Wiebusch zeigten dann auch gleich den Unterschied zwischen der Fähigkeit gute Lieder zu machen (Tomte) und der Fähigkeit eine mitreißende Show abzuliefern (Kettcar). Die Stimmung war schlagartig um 100% besser, die “Masse” tanzte, sang und gröhlte mit, hüpfte und hatte durchweg sichtlich Spass an der spätabendlichen Unterhaltung. Nach ungefähr 80 Minuten war das letzte Konzert des Tages vorbei. Es folgten noch drei, vier Zugaben. Und wie wohl traditionell beendeten Sänger Marcus und Keyboarder Lars Wiebusch den Abend dann mit Balou.

Gegen Mitternacht am Auto und Richtung Autobahn. Gegen zwei in Hamburg, meine beiden Begleiterinnen an den jeweiligen Zielorten ausgeladen und dann mit einem (zu lauten) “An den Landungsbrücken raus” die letzten Kilometer nach Haus gefahren. Um halb drei glücklich und erledigt ins Bett gefallen. Irgendwie eigentlich der fast optimale Festival-Tag. Sonne, gute Musik, nette Leute, ausreichend Getränke und Essen, zwischendurch Spannung durch das einsetzende Unwetterchaos und ein super Abschluss. Danke an (fast) alle Musiker, das Team dahinter, die netten Leute die bei der Affenhitze dort arbeiten mußten und natürlich an C. und die beste IT der Welt. Weitere Fotos folgen evtl. noch mit einem kürzeren, erklärenden Bericht.

Ein Gedanke zu „Fest van Cleef – Der grosse Regen

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