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Dans Op de Deel

30. März 2008 · Abgelegt unter Allgemein · Kommentieren 

Schläfriger Samstag. Aufgewacht, mit dem Hund laufen gegangen, weitergeschlafen, aufgewacht, eingekauft, weiter geschlafen. Zwischendurch müde den Laptop beobachtet. Wenig gelesen. Schläfrig eben.

Freund Nik vom verlorenen Mond und die E. wollen tanzen gehen und bestehen auf meine Anwesenheit.

Also bemühe ich mich wach zu werden und schaffe es tatsächlich gegen 23:00 Winterzeit geputzt und bekleidet bereit für den abendlichen Ausflug zu sein. Verabredet sind wir auf dem Land, in einer Großraumdisko.

Unterschwellig bereue ich meine Entscheidung bereits während der Parkplatzsuche. Eine große, schlammige Wiese auf der sich die PKW der gesamten Jugend Schleswig-Holsteins tummeln zu scheinen. Ich werde alt. Spannend auch, dass vor dem Eingang eine ca. 100 Meter lange Schlange Einlass begehrt. Irgendwo im Nirvana! Nun gut, wir schließen uns also der Schlange an und warten mal mehr (Nik), mal weniger fröstelnd (ich). Praktischerweise schließt Nik Freundschaft mit dem etwas minderbemittelt wirkenden jugendlichen vor uns, so dass dieser seinen Kumpel später davon abhält ernsthaft Streit anzufangen… “Lass den in Ruhe, der is Korreggd!”.

Die Kleidungsgewohnheiten der Kleinen sind auch spaßig. Vor allem die herausgeputzten Achtzehnjährigen Mädels. Alle drei Schritte umknicken (Schuhe zu hoch), dauernd den Rock runterstreichen (zu kurz?), am Top nesteln (doch zu viel Ausschnitt?). Das wird noch. Ja, ich bin gemein.

Nach dem Einlass (Vorteile als wirklich erwachsener: Man wird nicht mehr ausgiebig abgetastet und die Türsteher wirken auf mich auch sonst viel sympathischer als vor 10 Jahren) für mich die Offenbarung:
Urks ist das groß hier. Nagut, nach einiger Suche finden wir dann Tanzfläche 1 (ich werde sie ab jetzt Mallorca nennen).
Die Musik schwankt zwischen ganz nett und ganz und gar nicht. Sprich: Ab und zu was moderneres, rockiges oder irgendein 80’er Oldie und Ballermann-Hits. Meist Ballermann.

Tanzfläche 2 (Soul) gucke ich mir nicht aus der Nähe an. Irgendwie bin ich für Soul ja schon in Hamburg nicht so zu haben, aber was hier dudelt klingt mir dann auch zu sehr nach Radio. Tanzfläche 3 soll mit Techno beschallt werden. Das heißt hier die Musik klingt nach einer Mischung aus Blümchen und Das Modul. Nur aktueller. Glaube ich. Hier gibt es dann aber auch die Erklärung, warum es so voll ist. Heute Nacht soll uns ein Live-Act das Leben versüßen. Cascada. Angekündigt als Internationaler Superstar. Klar. Also wenn nicht Robbie dann doch bitte Cascada. Klingt irgendwie auch wie eine Mischung aus Blümchen und Das Modul, sieht ganz süß aus und wird frenetisch von einigen jubelnd begrüßt. Frage mich, ob tatsächlich deshalb so großer Andrang herrscht. Zurück nach Mallorca. Hier läuft gerade 80’er Musik. Irgendwann kommt Junge von die Ärzte und ich überlege ob ich hüpfen darf. Entscheide mich dagegen, weil ich angst habe die Landjugend beim Pogo zu zermatschen.

Spannend finde ich: Es gibt hier sogar ein Bistro. Erinnert irgendwie stark an Freizeitpark-Atmo. Fertig-Pizza, Pommes, Wurst. Und völlig Schallisoliert. Bin ja bei so was eher Hamburg gewöhnt. Wenn man da hungrig ist, geht man eher kurz vor die Tür, holt sich nebenan einen Döner, isst und geht wieder rein. Na gut. Wenn man hier vor die Tür geht und nach Nebenan will, muss man wohl erst ne Weile fahren. Schön: Twittern geht hier auch. Nein, ich bin nicht süchtig. Positiv sind auch die Preise. Wasser für 1,50, Desperados für 3,00 Euro. Das finde ich zivil, gerade wenn man die Monopolstellung hier in der Gegend berücksichtigt. Und 5 Euro Eintritt gehen auch. Wenn man die Musik mag.

Mir wird langweilig, die Musik geht mir auf den Keks, ich vermisse Gitarren. Metall. Von mir aus auch Techno, oder 80er. Aber nicht das hier. Dank Zeitumstellung gegen 5:00 daheim.
Schlafen.

Nachtrag: Das Mädel scheint ja wirklich bekannt zu sein. Laut deren Homepage wenigstens. Die ist total an mir vorbeigegangen (nicht, dass ich musikalisch was verpasst hätte). Sagte ich schon, dass ich alt werde?

Suicide Booth

30. März 2008 · Abgelegt unter Philosophisches, Politik · Kommentieren 

Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat eine Erfindung gemacht. Eine “Selbsttötungsmaschine“.

Klingt zunächst vor allem sehr zynisch, ist aber primär der Rechtslage geschuldet, die ja in Deutschland aktive Sterbehilfe verbietet. Ich mag Herrn Kusch nicht, aber seine Maschine finde ich – trotz allem Zynismus – wenigstens eine interessante Idee. Wenn jemand in der Situation ist, dass er absolut nicht mehr weiter leben kann. Und zwar aus physischen Gründen, z.B. großer Schmerz, unheilbare und weit fortgeschrittene Erkrankung etc. dann gibt es in Deutschland zur Zeit rechtlich abgesichert nur den Weg entweder zu warten, bis man von allein stirbt, oder eben Suizid – Selbsttötung – durchzuführen. Allerdings ist Selbsttötung nicht unbedingt trivial und in vielen Formen auch recht archaisch. Die Selbsttötungsmaschine von Kusch begeht da einen etwas anderen Weg. Wenn ich den Artikel richtig verstehe und der Artikel die Maschine, dann muss der Sterbewillige tatsächlich nur einen Knopf drücken und wird dann chemisch getötet. Im Prinzip setzt man sich also nur selbst die finale Spritze. Damit wird laut Artikel der Arzt entlastet (Beihilfe zum Suizid ist in Deutschland je nach Umstand straffrei). Der Patient hat trotzdem die Möglichkeit seinem Leiden zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt ein Ende zu setzen und es ist sichergestellt dass dadurch nicht noch zusätzliches, unnötiges Leid erzeugt wird. Kurz drüber nachdenken was passiert wenn der Patient aus Mangel an derartigen Optionen von der nächsten Autobahnbrücke springt.

Ich finde das ganze interessant. Kommt natürlich darauf an, wie das am Ende rechtlich wirklich aufgefasst wird. Ich bin allerdings auch ein Befürworter aktiver Sterbehilfe, denn ich denke dass jeder das Recht haben muss, selbst (mit) zu entscheiden ob sein Leben noch lebenswert ist. Und es gibt einfach Fälle in denen es auch quasiobjektiv nicht mehr der Fall ist. Und da könnte so eine Maschine einigen Menschen wohl helfen ihren Abschied in Frieden zu nehmen.

Nichtsdestotrotz erinnert mich das Gerät irgendwie vor allem an die Suicide Booth aus Futurama.

Neptun 500

27. März 2008 · Abgelegt unter Sinnloses · 3 Kommentare 

Hamburg, 12:30, Europapassage.

Gemütliches Essen holen beim Inder. Plötzlich durchschallt die Passage ein Gong.
Erster Gedanke ”Bahnhof”.
Eine freundliche, weibliche Stimme säuselt sanft äußerst nachdrücklich: “Neptun, 500!”

Etwa im 20 Sekundenrythmus wird diese Aufforderung wiederholt.
“Neptun, 500!” Immer wieder.
“Neptun, 500!” Gefühlt etwa eine halbe Stunde lang (ja, wir haben uns hingesetzt und dort gegessen). Immer wieder. “Neptun, 500!” Und wieder.
“Neptun, 500!”.

Die Kollegin überlegt, ob es sich um die Aufforderung zur Evakuierung handelt.

“Neptun, 500!”.

Vielleicht auch der Wunsch an den Herrn Neptun, doch einmal die Nr. 500 zu wählen.
“Neptun, 500!”. Neptun hat heute bestimmt frei.
“Neptun, 500!”. Aber das weiß wohl niemand an den Knöpfen und Hebeln.
“Neptun, 500!”. Möglich auch, dass es eine sublime Botschaft enthält.
“Neptun, 500!”. Nur welche? “Geht baden!”
“Neptun, 500!”.

Und dann: Stille. Fast irritierend. “Neptun, 500!”

Das einzig doofe ist jetzt, dass ich nie erfahren werde, was in der nächsten Stunde das Motto der Europapassage ist.
“Mars, 600″? “Venus, 2.100″. Wer weiß…

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