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Flash Forward

October 27, 2009 · Abgelegt unter Kultur · 3 Comments 

Der Sommer ist vorbei und neben dem Ende der Fußballsommerpause ist das eigentlich positive, dass die Sommerpause im TV Vergangenheit ist. Und das führt dazu, dass nicht nur alte, liebgewonnene Shows in eine neue Season starten, sondern auch dazu, dass ein paar neue Formate auf den Small Screen kommen. Eins davon ist Flash Forward.

Stellt euch einfach vor, ihr werdet an irgendeinem Dienstag, 11:02:14 wach, nach dem Ihr einen Blackout hattet, einen Blackout von genau 2:17 Minuten. Und alle anderen auch. Und alle, jedenfalls alle mit denen Ihr redet, haben während dieses Blackouts einen Traum. Oder besser: Eine Vision. Und zwar alle vom selben Zeitpunkt, ein halbes Jahr in der Zukunft. Kanonisch. Man kann eure Visionen aneinanderlegen, wie ein Puzzle.

And everything falls into place.

Passt einfach. Stimmig. Kurz gefasst haben wir hier also im Prinzip das Bild aus den Augen aller Menschen zu einem definierten Zeitpunkt in ca. 6 Monaten. Und jetzt was? Herausbekommen, warum diese Vision entstand. Herausbekommen, was genau in der Zukunft passieren könnte. Herausbekommen, ob es einen Verursacher gibt und wenn ja, welchen. Und nebenher dürft ihr auch noch mit euren eigenen, kleinen Problemen kämpfen. Stellt euch vor, in Eurer Vision lag nichtmehr euer jetziger Partner neben euch im Bett, sondern jemand, den Ihr noch nie gesehen habt. Komisches Gefühl?

Und immerhin kommen die Protagonisten schnell auf die Idee im Internet erstmal eine Art Social Network aufzuziehen, in dem jeder seine Vision beschreiben kann. So ergibt sich nach und nach ein Bild vom Stichtag.

Im Fokus von Flash Forward steht eine kleine FBI-Einheit, die versucht das ganze aufzuklären. Rauszukriegen, was in 6 Monaten passiert, rauszukriegen, welchen Wert diese Visionen tatsächlich haben. Und Fragen zu stellen, nach der Ursache.

Vom Gefühl her ist Flash Forward irgendwo zwischen Lost und Jericho.
Das eine oder andere WTF ist gewährleistet, und wer mir bei Twitter followed kennt das, wenn ich Lost gucke. Und wie in beiden Shows geht es darum, sich in einer veränderten Welt zurechtzufinden, herauszubekommen, was sich verändert hat und warum.

Aber: Nicht nachdenken. Noch weniger, als sonst. Das klassische Zeitreise-Dilemma brüllt einen sonst nämlich ziemlich laut an. Nach einer Folge schon.

Wenn ich die Zukunft sehen kann, steht sie fest. Ist nicht veränderbar. Sonst hätte ich sie nicht sehen können. Oder ist es so, dass es eine mögliche Zukunft ist, aber nicht die tatsächliche? Kann ich ändern, was ich gesehen habe? Oder verändert das, was ich tue weil ich versuche dem zu entgehen, was ich gesehen habe, meine Zukunft so, dass das passiert, was ich sah? Ist es eine Vision der Zukunft oder eine Vision ohne Hintergrund? Und wer sind die ominösen Menschen, die man auf wenigen Videoaufzeichnungen während des Blackouts sieht, die offenbar nicht im Tiefschlaf liegen? Und was ist da Anfang der Neunziger in Somalia passiert?

Fragen über Fragen. Und bisher auf jeden Fall sehenswert!

Put down the remote

September 27, 2009 · Abgelegt unter Kultur · 3 Comments 

Ich hab ja immer mal wieder den großen Spass, mit Menschen zu reden, die mir erklären wollen, dass das deutsche Fernsehen mindestens genauso gut oder schlecht ist, wie das amerikanische.

Naja. Ich kann das US-TV natürlich nicht in seiner Breite beurteilen (kann ich in Deutschland aber ehrlich gesagt auch nicht), aber neben diversen großartigen Serien, wirklich guten Standups und Sitcoms und natürlich den Latenightshows, ist es auch einfach das Showtalent der Akteure, dass ich hier in Deutschland vermisse.

Drüben schaffen sie es nämlich ihren großen Shows nicht nur Glamour sondern auch Spass einzuimpfen. Erinnert sich jemand an die letzte Bambi-Verleihung? Eben. Zurecht. Guckt mal hier, Neil Patrick Harris (aka the LEGEN wait for it DARY Barney Stinson) moderiert nicht nur, nein, er singt auch einen genialen Eröffnungssong. Mag sich jemand kurz Oliver Geißen vorstellen, wie er einen Song vorträgt? Nicht, oder?

Und damit haben wir auch eines der besten Argumente für die Produktionen von jenseits des großen Teichs. Qualität.

In diesem Sinn… Suit Up für Neil Patrick Harris – Put down the remote.

<via Fernsehlexikon>

Season-Finals

May 25, 2009 · Abgelegt unter Kultur, Zwischenbild · 5 Comments 

jetzt ist die Saison also mal wieder vorbei und es ist Zeit für einen Rückblick. Seit letztem Herbst gab es tolle Unterhaltung, überraschende Wendungen, brilliante Aufsteiger und traurige Enden. Tolle Neuentdeckungen und schwächer werdende Favoriten.

Nein, ich rede ausnahmsweise nicht von Fußball (alle, die das bis hierhin dachten bitte einen Kommentar abgeben ;-) ). Ich rede von TV-Serien.

House beendet die fünft Staffel und langsam aber sicher ist die Luft raus. Nachdem ich die ersten zwei Staffeln wirklich brilliant fand, war spätestens mit dem Teamwechsel am Übergang zwischen dritter und vierter Staffel ein Bruch zu spüren. Auch wenn hier klar versucht wurde aus dem bisherigen Schema auszubrechen, gelang dies nur sehr begrenzt. Viele Folgen der vierten Staffel fand ich nicht nur gnadenlos langweilig, zudem konnte ich mit den Darstellern auch wenig anfangen. Die Mitglieder von Houses Team (ich bin immer verlockt sie Scoobie-Gang zu nennen, aber den Begriff sollte ich wohl nur für Buffy verwenden) in Staffel fünf sind mir deutlich zu langweilig. Eine nicht gelungene Mischung aus kopierten Elementen des ursprünglichen Casts und neuen Ideen. Staffel fünf habe ich zwar noch verfolgt, aber oft verstaubten die aktuellen Folgen tage- oder wochenlang, bevor ich sie dann doch schaute, meist auch nur mit halber Konzentration. Schade drum.

Noch eine Arztserie im fünften Jahr:  Greys Anatomy. Kam nie wirklich an House ran, war aber “ganz unterhaltsam”. Der große Vorteil für mich: Ich mußte nicht so aufpassen. GA verzeiht Aufmerksamkeitslücken ungewöhnlich gut. Plätscherte aber auch nur so dahin. Auch die Enthüllungen der aktuellen Staffel konnten daran nichts ändern. Trotzdem sicherlich eine Staffel die sich fast auf dem Niveau der ersten drei Staffeln bewegt.

Die dritte – und mir liebste – Krankenhausserie SCRUBS wurde ja schon häufiger totgeschrieben. Nach dem WGA-Streik letztes Jahr kam dann überraschend noch eine Achte Staffel, in der “endlich” ein Ende gefunden werden sollte. Offenbar ist die Serie aber nach wie vor erfolgreich, so dass SCRUBS ebenfalls renewed wurde. Und obwohl JD Dorian am Ende der Season seinen Arbeitsplatz der letzten 8 Jahre verlässt, soll er (wie auch Carla, die wohl ebenfalls aussteigen will) in der kommenden neunten Staffel wenigstens noch sechs Folgen lang mitspielen, und so einen weichen Übergang ermöglichen. Ich bin gespannt, glaube aber nicht, dass die Serie ohne ihre eigentliche Hauptfigur länger als Maximal 2 Staffeln überlebt. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

Heroes ist ja bereits für eine vierte Staffel gebucht. Hier bin ich mir nicht so ganz sicher, ob die dritte Staffel wirklich so schwach war, wie sie mir in Erinnerung ist, oder ob ich hier einfach nicht aufgepasst habe. Die ersten zwei Staffeln fand ich noch grandios, die dritte war mir zu … wirr? Wenn ich im Sommer Zeit habe sicherlich ein Kandidat für einen weiteren Review.

How I met your Mother hat sich auf hohem Level stabilisiert, hier ist wenn meine Infos stimmen ebenfalls bereits eine weitere Staffel geplant. Liebenswert-Sympathische Hauptdarsteller, gut betextet und in der Regel mit brilliantem Humor ausgestattet auf jeden Fall auch in der nächsten Season ein Gucktipp. Immerhin wird Ted in seinem neuen Job als Professor/Teacher wohl – so sagt er jedenfalls am Ende der letzten Staffel – endlich “your Mother” treffen. Aber okay diese Baseline der Serie ist ja sowieso mehr roter Faden als Argument um HIMYM zu sehen.

Neuentdeckungen in meinem Serienkalender sind zwei Comedy-Serien und eine hm, Crime-Comedy (läuft aber unter Drama).

The Big Bang Theory hat bereits die zweite Staffel hinter sich und ist so weit großartig. Eine WG aus zwei Physik-Nerds inkl. der beiden ebenso nerdigen Dauerbesucher trifft auf eine völlig “normale” (naja) Nachbarin. Geekhumor vom Feinsten, würde ich behaupten. Auch hier ist eine Neue Staffel wohl schon in Planung. Freut mich sehr. Jeder der The IT Crowd mochte, sollte sich bei Big Bang Theory wohlfühlen. Aber auch die, denen Internetmemes geläufig sind, die ein bisschen naturwissenschaftliches Verständnis haben und die sich darüber freuen können, wenn Menschen wie Du und ich (hey, ihr seid Blogleser…die meisten vermutlich sogar selbst Blogger. Geeks, indeed! ;-) ) durch ihr seltsames Leben stolpern.

Mit Roommates eine weitere Comedyshow, die gerade ihre erste Staffel hinter sich hat. So wie es ausschaut (bzw. wie es das versenden von jeweils vier Folgen am Tag andeutet), wird es hier wohl leider keine zweite Staffel geben. Schade, eigentlich, aber auch die erste Staffel reicht für sich allein um ein paar Mal für 20 Minuten Spaß zu machen. Von der Story orientiert sich Roommates ein bisschen an Friends – es geht nämlich, wie der Titel sagt – um eine Wohngemeinschaft (zwei Jungs, zwei Mädels) und die damit verbundenen Irrungen und Wirrungen, was Jobs, Beziehungen und den Rest des Lebens angeht. kurzweilig, aber nicht überragend.

Letzter Newcomer für mich war diese Season Castle. Auch wenn Castle keine Comedyshow ist, habe ich viel gelacht! der großartige Nathan Fillion (den meisten hoffentlich aus dem ebenso großartigem Firefly bekannt) spielt einen Autoren mit Schreibblockade, der sich über seine guten Kontakte bei der Polizei in die Ermittlungsarbeiten von Mordfällen einmischt. nach und nach stellt sich heraus, dass er durchaus eine Hilfe ist. Die Serie lebt vom Setting, aber vor allem von den liebevoll gezeichneten Rollen und dem unglaublich sympathischen Cast. Selbst die Mutter von Rick Castle (gruslig per Definition) wirkt unter ihrer wirklich nervigen Schale noch irgendwie sympathisch. Für mich persönlich der beste der drei Newcomer, obwohl vom Genre her gar nicht so meins.

Ganz vorbei ist es dagegen mit Prison Break. Ich bin irgendwie geneigt “endlich” zu sagen, sehe das Ende aber trotzdem mit einem tränendem Auge. Vier tolle Staffeln sind vorbei und das Ende war noch einmal ein Donnerschlag. Ich wußte vor der letzten Folge gar nicht, dass die Serie vorbei ist, was es umso überraschender machte. Aber gut, so soll es im Idealfall wohl auch sein. Bei Lost warten nun alle darauf, wie es zuende geht, das könnte nach hinten losgehen. Erstmal aber weiter mit Prison Break: Trotz überwiegend brilliantem Cast (auch wenn nicht nur mir Bambi Tencredi teilweise sehr auf den Keks ging) hatte sich die Story für mich etwas totgelaufen. Nach zwei komplizierten Ausbrüchen aus zwei Gefängnissen in den USA und Panama folgte der Kampf gegen “The Company” inklusive erneuter Verfolgungen, Rätsel und Verschwörungen. Mal ab von der immer unglaubhafteren Verwicklung diverser Angehöriger der Hauptdarsteller kamen – fand ich – auch immer weniger neue Ideen in der Show vor. Strenggenommen hab ich irgendwie darauf gewartet, dass sich Michael Scofield mal wieder mit Hilfe einiger Tatoos einen Plan auf den Körper schreiben lässt. Okay, die Mädels hätte das wohl gefreut, aber es illustriert die Sackgasse, in die sich die Serie fast zwangsweise gebracht hatte. Man kann eben nicht ein Leben lang unterhaltsam aus verschiedenen Gefängnissen ausbrechen ;-)

Finally: Lost. Wer mich in Twitter liest wird das eine oder andere WTF in dem Zusammenhang gelesen haben. Und das ist gut so. nachdem mir die dritte und vor allem vierte Staffel von Lost doch etwas lahm vorkamen und ich da auch teils nicht wirklich aufpasste (großer Fehler!) schaffte es die fünfte Staffel endlich wieder, den Sense of Wonder zu entfalten, der die ersten zwei Staffeln so eindrucksvoll machte. Die Ocean six kehren zurück auf die Insel, Zeitreisen, Zeitsprünge, eine Wasserstoffbombe, eine Dharma-Station mitten in den vereinigten Staaten (im Keller einer Kathedrale!). Kinder, die ihre Eltern auf der Insel treffen, Wiederauferstehungen (oder auch nicht?) Ägyptische Gottheiten, langlebige Menschen. Querbezüge zu diversen Religionen, Kulturen und Geschichten. Das klingt wirr, das ist aber auch wirr. Das Ziel, jemanden von Lost zu überzeugen habe ich hier gerade gar nicht, dazu ist die fünfte Staffel auch einfach viel zu weit entwickelt. Aber wer sich für Wunder, Rätsel und.. (steht ja da oben) begeistern kann, darf gerne mit Staffel eins anfangen. Jetzt einzusteigen ist wahnsinn. Anyway, großer Serienspaß und ich freu mich auf die sechste Staffel. Auch wenn ich etwas Angst habe, wie die Serie wohl enden wird. Schaffen es die Produzenten wirklich, all die Stränge die sie aufgedröselt haben auch wieder zu verknüpfen? Werden die wesentlichen Fragen zufriedenstellend beantwortet? Manchmal denke ich, dass man – genau wie bei Matrix – mit dem Rätsel leben sollte. Einfach Denk- und Spekulationsanstöße für das Fandom und dann gucken was kommt.

ich bin neugierig, was in der nächsten Saison so auf uns zu kommt. Bisher habe ich noch keine Neuankündigungen gefunden, die mich wirklich ansprechen, aber wie so oft entscheidet sich das ja auch spontan. Wir werden sehen. Literally.

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