Get right back to where I started…
Da bin ich wieder.
Okay, so wirklich ‘weg’ war ich ja auch nicht, aber es ist still geworden hier.
Warum? Ach, dies und das… Privatleben offline, Berufsleben on- und offline, Schreib-Unlust, Grübeleien über mögliche Blog-Ideen und dann irgendwann auch schlicht die nichtmehr vorhandene Routine.
Wenn man gewohnt ist, jeden Tag was zu schreiben, tippt es sich leichter, als wenn man sich irgendwie aus anderen Gewohnheiten rausholen muss, um was zu bloggen. Sich plötzlich bewusst hinhocken müsste “Blog mal!”. Und meine Motivation wird auch nicht größer davon, dass ich immer mehr das Gefühl bekam, ich “müsste endlich wieder was schreiben”. Nicht, weil ich was schreiben wollte, sondern weil ich so lang nix geschrieben habe.
Irgendwann vor ‘ner ganzen Weile hatte ich mal den Plan in meinem Kopf, hier was reinzuschreiben, wenn es mich beschäftigt.
Ne Weile später kam der Plan dazu, zu jedem St. Pauli-Spiel was zu schreiben.
Noch später hab ich gemerkt, dass mich das “zu jedem Spiel was schreiben” eher hemmt, dass ich dadurch eher weniger als mehr schreibe, weil ich mich dauernd darauf konzentrierte, was zum Spiel zu schreiben.
Dann war die Saison vorbei und plötzlich war kein Fussball mehr. Und kein Bloggen. Gründe… siehe oben.
Und jetzt? Zum xten Mal der Plan hier reinzuschreiben, wenn mich was beschäftigt. Das kann, muss aber nicht, Fussball sein. Das kann politisches sein, ethisches, banales oder beklopptes. Mal gucken. Auf jeden Fall soll es wieder mehr sein, als in den letzten Monaten.
Die Sommerpause ist vorbei. Nicht nur in der Bundesliga.
Advent 04/2009 – Mein Jahr in 12 Sätzen
Schöne Idee für ein Adventsposting, irgendwie. Das Jahr in 12 Sätzen aus dem eigenen Blog. Copy and Paste. Für jeden Monat einen. Drüben, bei YellowLed darüber gestolpert und gleich nachgemacht:
Januar: Ist es nicht seltsam, dass Menschen, die ja ach so Medienerfahren sind, vor jeder Kamera erklären, wovor sie eigentlich alles Angst haben um sich dann zu wundern, dass ausgerechnet sie zur Dschungelprüfung gewählt werden?
Februar: 5 Wochen nix geschrieben, jetzt seit Freitag wieder aktiv – hat mir echt gefehlt.
März: Ich hab meine Quittung und damit, wenn alles glatt geht, für die nächste Saison meine Dauerkarte Stehplatz Südkurve.
April: Nicht, dass ich es nicht gesagt hätte, hätte mich jemand gefragt, Sozialamt der Liga, Robin Hood des deutschen Fußballs – You name it: FC St. Pauli.
Mai: Komisch, wie schnell die Zeit vergeht – gerade rückblickend, irgendwie war mir, als wäre “Die Da” neulich erst gewesen – Quasi vorgestern.
Juni: Es geht um Menschen, wer das versteht ist herzlich willkommen, wer hier höhere Relevanz sucht möge bitte weitergehen: Hier gibt es nichts zu sehen.
Juli: Die, die am lautesten schreien, sind offenbar meist diejenigen, die sich am wenigsten an Ihre eigenen Dogmen halten – Schade eigentlich.
August: FÜNF ZU NULL!!!!
September: Frau Merkel stand jedenfalls vorn und erzählte irgendwas ziemlich triviales (“und dann war ich 35 und der Herr Kohl sagte zu mir”) und wir standen ziemlich weit hinten und schafften es scheinbar ganz gut mit “Alle so YEAAHH!” für Verwirrung zu sorgen.
Oktober: Das ist nicht mehr mein St. Pauli.
November: Web 2.0 ist genau das: Ist Reden, Austausch, Kommunikation – Schön, dass es das gibt.
Dezember: Danke, lieber Staat, dass ich weiß, wo ich Sonntags hingehöre. ich geh dann mal beten.
Wer mag: Mitmachen, nachmachen, bessermachen! ich freu mich.
Schönen vierten Advent!

Qualitätsblogger. Ein wichtiger Teil des Web2.0
Seit heute bin ich offiziell Qualitätsblogger und ein wichtiger Teil des Web 2.0. Ich bitte das zu berücksichtigen!
Wie man in Twitter mitbekam, haben heute wohl einige Blogger mit Fußballaffinität eine Mail von einer großen, deutschen Zeitung bekommen, Ziel: Bewerben eines Widgets, dass diese Zeitung uns anbietet, mit der Bitte, darüber zu berichten. Warum wir das machen sollen? In Kurzform: Links.
Dass man uns umgarnt, oder mit Werbung beglückt finde ich erstmal nicht schlimm. Klar darf man mich auf Produkte aufmerksam machen, die interessant sein könnten. Das Produkt *könnte* interessant sein, von daher hab ich damit kein Problem. Aber: Wenn man sowas macht sollte man – so man denn für einen Profi-Laden arbeitet – das ganze auch professionell machen. Schauen wir uns die Mail mal in Auszügen an:
Die Anrede
Guten Tag Sebastian Grandt
Hheißt es nicht entweder “Guten Tag Herr Grandt”, oder “Hallo Sebastian”? So klingt es für mich jedenfalls irgendwie abgebrochen.
Auf der Suche nach qualitativen nicht kommerziellen Fußballseiten habe ich Ihren Blog http://www.curi0us.net/blog/tag/fussball/ entdeckt.
Das freut mich natürlich. Aber mein Blog ist unter der Adresse http://www.curi0us.net/blog zu finden. Der Deeplink auf die Seite für den Tag Fußball ist zwar richtig gesetzt, aber so wirkt es nicht so, als hätte sich der Absender weitergehend mit meinem Blog beschäftigt, außer festzustellen, dass es Curi0usities gibt und dass es hier offenbar auch um Fußball geht.
Dann wird davon gesprochen, dass es das beworbene Widget bisher nur für Clubs der ersten Liga gibt, aber wir Zweitligisten-Fans könnten ja auf allgemeine Zweitliga-Nachrichten verweisen. Hmm… Also kurz für “Eigentlich haben wir gar nichts, was Sie wirklich interessiert, aber vielleicht machen Sie es ja trotzdem”?
Weiter im Text:
Es würde mich sehr freuen wenn Sie in Ihrem Fußball-Blog […] über des […] Widget [….] berichten würden.
Ich wußte gar nicht, dass ich ein Fußball-Blog habe. Wer sich hier umsieht merkt, dass es hier sicherlich auch um Fußball geht (und dass das sicherlich ein Schwerpunkt ist)… Aber na gut, wer über die Tagseite Fußball hier her findet…
Und dass er sich freut ist logisch, denn ich soll hier ja Werbung für das Widget machen, darum geht’s ja eigentlich. Natürlich könnte man das auch mal erwähnen. Oder zumindest halbwegs mit offenen Karten spielen. Aber nun denn, unterstellt, das Widget gefiele mir, vielleicht würde ich ja – mehr oder weniger auch aus Eigenantrieb – darüber berichten. “Hey, ich habe hier jetzt ein tolles, neues Widget integriert, guckt mal.. und kostenlos ist es auch noch”… Nur
Bitte informieren Sie mich kurz sobald Sie einen Beitrag veröffentlich haben, in Zukunft planen wir einen Artikel bei […] wie
Wieso soll ICH DIE benachrichtigen? Hey, die wollen was von mir, da könnten sie ja ausnahmsweise mal mein Blog lesen? So.. für 2-3 Wochen?
Wollen meine Glaubwürdigkeit, meinen Text und meine Arbeit (denn was anderes ist es nicht, wenn ich einen Bericht über deren Widget schreibe) und bieten mir dafür nicht einmal genug Aufmerksamkeit um selbst zu merken, wenn ich (freiwillig, als Hobby, in meiner Freizeit…) über sie Berichte?
Wir sehen Qualitäts-Blogger, wie Sie, als wichtigen Teil des Web2.0.
Juhu! Ich bin Qualitäts-Blogger. Mich würde gerade echt interessieren, wen die noch angeschrieben haben. Mit wem die mich (zertifizierter Qualitäts-Blogger) noch so in einen Topf werfen. Ich meine.. Hey! Qualitäts-Blogger sollte sich wirklich nicht jeder schimpfen dürfen.
Aber ehrlich, es freut mich. Also… das mit dem wichtigen Teil des Web2.0. Wir Blogger sind ja immer eher der Meinung, wir wären total Egal. Und Web2.0 wäre auch eher das, was die anderen da so machen. So wie.. Zeitungen mit Ihren Homepages…Wow.. ich…. bin fast sprachlos. Fast! Nicht!
Kommen wir zum Ende:
Herzliche Grüße aus [xxx]
[Name]
Okay, wie war das mit den Verabschiedungen? Liebe und herzliche Grüße nur bei Personen, die man – wenigstens etwas – länger kennt. Bei denen sich bereits ein gewisses persönliches Verhältnis aufgebaut hat?
Schön, dass ich weiß wie der Herr heißt, aber wer das ist wird mir nicht mitgeteilt. Wenn ich geschäftlich Mails schreibe, steht am Ende immer so ein schöner kurzer Text, in dem steht was ich für die Firma so tue, wo meine Firma sitzt, wie man mich erreicht… Sogar meine Email-Adresse (ja, man könnte auch einfach auf reply klicken)…
Footer sagen wir hier dazu.
Ich darf übrigens im Job keine externen Mails ohne schreiben. Bekommt mein Chef das mit, bekomm ich Schimpfe. Zurecht.
Hmmm, und? Berichte ich jetzt über das ach so tolle Widget? So mit Link und so? Was meint Ihr?
Euer Qualitätsblogger!
P.S.: Außerdem heißt es das Blog. Auch wenn der Duden behauptet, “der” ginge auch. So.












