Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Präsidentenwahl im Namen Gottes

8. June 2010 · 5 Kommentare 

Die größte Konfessionelle Gruppe in Deutschland ist, man glaubt es kaum, konfessionslos. Mehr als ein Drittel aller in Deutschland lebenden Menschen.

Und wer wird von den großen Parteien zur Wahl vorgeschlagen?

Herr Gauck, evangelischer Pastor.
Christian Wulff ist Kuratioriumsmitglied von “ProChrist”.

Andere Vorschläge wären z.B. Frau von der Leyen, die z.B. Schirmherrin des “evangelikalen Jugend-Kongresses Christival” ist.
Oder Margot Kässmann, ebenfalls evangelische Pastorin.

Man sieht, wohin ich will, oder?

Alles – für ein Volk von Konfessionslosen und / oder weitgehend inaktiven Konfessionellen – auffällig religiös aktive Menschen. Wie kommt das?

Was motiviert die aktive Politikerszene (man verzeihe mir diese Anleihe im St. Pauli-Kontext), sich vor allem mit Anhängern von Institutionen zu schmücken, die seit 2.000 Jahren keine Fortschritte gemacht haben? Die an ein Buch und die darin geschilderte Botschaft glauben, das uns sagt, dass die Erde in 6 Tagen geschaffen wurde? (natürlich rein metaphorisch.)
Menschen, die sich offenbar mit der Aussage solidarisch erklären, dass jemand nach seinem Tode nicht nur auferstand, sondern auch noch “gen Himmel fuhr”, wo er jetzt lebt. Seit 2.000 Jahren?

Manchmal fühlt es sich ein bisschen wie Mittelalter an. Aber okay, da sind wir ja offenbar auch noch. Immerhin zahlt der Staat – also wir alle – vor allem auch wir konfessionslosen – das Gehalt für Kleriker. Wie war das noch mal mit der Trennung von Staat und Kirche?

Aber – siehe oben – die scheint eh nur sehr begrenzt beabsichtigt. Die regierende Klasse (und das Wahlvolk?) legt ja offenbar Wert darauf, sich religiös zu geben.

Wobei, auch sonst – der Staat nimmt die Kirchensteuer ein – wäre es nicht logischer, die Kirchen sich selbst zu überlassen? Die Kirchen selbst mit ihren Mitgliedern die Gebühren, Beiträge, whatever vereinbaren zu lassen?

Irgendwie ist mein mal Scherzhaft gemeinter Vorschlag gar nicht so abwegig: Warum nicht Joseph Ratzinger zum Präsidenten machen? Das würde uns wenigstens das Rumgeeiere ersparen. Und eine Papst-Bundespräsidenten-Personalunion wäre zumindest absurd.

Einer dieser Tage, an denen ich mich darüber ärgere, dass die konfessionslosen eben gerade “nichts” gemeinsames haben und deshalb so schwer zu organisieren sind. Schon immer ein Problem derer, die für sich selbst dachten: Keine eigenen und weitgehend anerkannten Autoritäten.

Naja. Eigentlich auch nix Neues. Aber ich wollte mich mal wieder aufregen. Wenigstens ein kleines Bisschen.

Chronistenpflicht St. Pauli

25. May 2010 · Kommentieren 

AUFSTIEG.

Vor dem Spiel gegen Paderborn wollte ich irgendwie nichts schreiben dazu. Oder nach dem Spiel in Fürth.

Aberglaube und so.

Wenn man sich “nur”, weil es theoretisch kaum noch realistisch ist, zu sehr darauf einlässt. Nee, nee. Man stelle sich vor, ich hätte hier lauthals gejubelt, nach dem Spiel in Fürth. Und dann hätte Augsburg 10:0 in der Region gewonnen und wir hätten betrunken ein 0:8 gegen Paderborn? Ich mag’s mir gar nicht vorstellen!

Aber: AUFSTIEG. Trotz 0:2 gegen Paderborn. Und schon wieder keine Schale, St. Pauli! Was ich schon irgendwie schade fand. Auch wenn’s nur die zweite Liga ist, ich hätte nichts dagegen gehabt, als Meister aufzusteigen. Naja, Hauptsache hoch!

Okay, aber das ist jetzt auch schon ein eher alter Hut. Was genau passierte bitte einfach in den Bezugsgruppenblogs nachlesen. Frau Jekylla war dabei und hatte T-Shirts im Gepäck, Herr Textundblog hat sogar ein Foto davon auf seinem Blog. Natürlich war auch Herr Ring2 am Start. Hach. Was für ein Fest war das! Und Herrn Foxxi habe ich auch noch kennengelernt!

Und dann?

RÜCKTRITT.

Corny Littmann, als Präsident so polarisierend, wie (wirtschaftlich) erfolgreich, nimmt seinen Hut. Irgendwie nachvollziehbar. Nach all den Anfeindungen, hätte ich wohl auch keine Lust mehr. Ich sag mal ganz unpathetisch: Tschüss.

Danke für all das, was Du uns gegeben hast. Danke für Deinen Anteil, Deine Arbeit, Deine Meinungen.

Aus meiner Perspektive eindeutig der beste Präsident,  den ich beim FC St. Pauli erleben durfte.

Und zuletzt?

NEUZUGÄNGE!

Also wenigstens einer steht schon fest: Fin Bartels kommt von der Region Mecklenburg-Vorpommerns (Zitat von hier). Herzlich willkommen, zeig, was Du kannst!

Tja. Das war’s erstmal. Sommerpause. Aber ich bin mir sicher, wir lesen uns! Demnächst dann auch wieder mit Nicht-Fußball-Content hier. Also jedenfalls ist das der Plan.

Icke in Balin, wa?

2. May 2010 · 1 Kommentar 

So oder so ähnlich würden es wohl die Einheimischen ausdrücken…

Ich war also in Berlin. Ist zwar schon zwei Wochen her, aber die Chronistenpflicht ruft mich lauter, je länger es her ist. Hier also mein Bericht:

Bereits als der Spielplan für die aktuelle Saison rauskam, gab es zwei Auswärtsspiele, von denen ich wusste, dass ich sie gerne besuchen würde. Aachen und Union Berlin. Nachdem ich ja im letzten Sommer den Aachen-Plan umgesetzt hatte, stand nun also Union auf dem Programm. Dank Frau Jekylla auch mit Karte für das Spiel ausgestattet (denn auf die Idee, genau dieses Auswärtsspiel mitzunehmen, kamen offenbar noch andere).

Die Anreise erfolgte bereits am Freitag. Nachdem ich Gastraute Nedfuller und eine weitere Mitfahrerin eingesammelt hatte, fuhren wir am frühen Nachmittag durch die Nordostdeutsche Pampa. Die Autobahn war einigermassen leer, wir kamen gut durch und nach diversen Gesprächen über Ticketing, Stadiongrößen, Wunschergebnisse und sportliche Potentiale erreichen wir dann die Hauptstadt. Dieses Ereignis nutzte Herr Fuller um einmal laut “Hurra, Hurra, die Hamburger sind da!” aus dem Fenster zu gröhlen. Wo er Recht hat…

Im Hotel, eingecheckt und ein bisschen entspannen. Nachdem uns Frau Pleitegeiger im Hotel eingesammelt hatte dann weiter zum Grilltermin des Abends. Wunderbarer weise hatten die Gastgeber und Union-Blogger Steffi und Sebastian vom Textilvergehen nämlich in ihren zauberhaften Hinterhof eingeladen. Nach sowas wie 45 Minuten in der U-Bahn kamen wir an, und wurden nicht nur von den Gastgebern selbst, sondern auch von den St. Pauli-Bezugsgrupplern @Jeky und @Sparschaeler begrüsst. Der Grillabend konnte also beginnen. Bei (gefühlt selbstgedrehten) Würstchen und dem aus Hamburg mitgebrachten Kasten Astra Rotlicht wurde über so einiges gefachsimpelt, geplauscht und nebenher der Rüpel der Gastgeber von einigen mit gepflegtem Ballsport bespasst. Später am Abend gesellte sich noch Spox-Chef-Blogschauer @Gnetzer in die Runde, der zur Re:Publica in der Stadt weilte.

Als es schließlich etwas zu kühl wurde, zogen wir uns zurück in die unterschiedlichen Schlafstätten. Schließlich sollte es am nächsten Morgen früh losgehen. Die Barkassenfahrt mit der Veronica gen Stadion stand an. Um Acht mit @Nedfuller getroffen, dem Berliner Nahverkehr anvertraut und tatsächlich pünktlich am DDR Museum. Nach und nach trafen auch die anderen Mitfahrer ein, so dass wir schließlich komplett an Bord gehen konnten. Danke nochmal an @Saumselig für die Orga! Ein entspannter Trip in einer extrem durchmischten Besatzung konnte beginnen.

Gastraute und St. Pauli-Fans vereint im in die Kamera-gucken.

Man beachte die Mütze von Herrn Nedfuller. Aber wie man sieht: Alles friedlich! :-)

Die Sonne schien, der Kaffee schmeckte und es gab Brötchen mit Käse und Ei. Ich habe selten so viel Spass gehabt, auf dem Weg in ein Stadion. Wechselgesänge mit anderen Barkassen, sinnloses Winken (und es winkt wirklich jeder zurück), schnacken und plötzlich waren wir an der Alten Försterei. Dumm nur, dass der Anleger hier gefühlt für ein Ruderboot gedacht ist. Dumm auch, dass wir mit drei Barkassen kamen. Das Aussteigen gestaltete sich also etwas komplizierter und langwieriger. Dazu kam dann noch, dass die Herren von der Polizei wohl nicht ganz damit gerechnet hatten, dass hier friedliche Fans unterschiedlicher Vereine quasi Hand in Hand aus dem Schiff kommen würden. Irritierte Blicke und eine gewisse Unsicherheit, was das “Sortieren” der Fanmassen anging, war jedenfalls die Folge.

Am Stadion trennten sich die Wege dann. Die Bezugsgruppe und ich kletterten auf die Gästetribüne auf der wir dann noch @Gnetzer einsammelten, der sich am Vormittag bei seinen Gastgebern sehen lassen musste. Kaum drin, fing das Spiel auch schon an.

Alte Försterei, Berlin.

Im Stadion kurz vor Anpfiff. Schmucke “Arena”, das!

Freistoss von Torsten Mattuschka, 1:0 für Berlin, kurz darauf Fernschuss durch Charles Takyi und es stand 1:1. Danach plätscherte es so dahin, bis kurz vor Schluss die Berliner den 2:1 Endstand erzielten. Selber Schuld, muss man unseren Jungs wohl zurufen. 60 Minuten des Spiels mehr oder weniger verpennt und primär durch eher unpräzises und inkonsequentes Spiel aufgefallen.

Naja, Schwamm drüber, inzwischen weiß ich ja auch, wie sich die Tabelle einen Spieltag später darstellt.

Ich bin ja sonst eecht nicht wirklich Berlin-Fan, also was die Stadt angeht. Aber das war schon ganz großes Auswärtsspiel-Tennis. Wenn man den sportlichen Aspket mal beiseite lässt.

Und wieder einmal fragte ich mich, warum es eigentlich nicht immer so geht… Warum es bei so vielen Vereinen (und unseren schließe ich da bewusst nicht aus) so viele Menschen gibt, die mit den Fans anderer Vereine eben kein entspanntes Bierchen trinken können.

Naja, sei es drum. Danke an die tollen Gastgeber @rudelbildung und @saumselig, danke an die Gastraute für einen Abend und U-Bahn-Netz-Fremdenführerin @pleitegeiger für den tollen Berlintrip. Und natürlich an den Rest des Rudels für einen insgesamt großartigen Fußballausflug!