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Der olympische Geist

12. August 2008 · Abgelegt unter Kultur, Philosophisches, Politik · 2 Kommentare 

Das Reizzentrum hatte ja bereits auf meinen letzten Olympia-Beitrag kontrovers reagiert. Jetzt bin ich dort heute über einen Artikel gestoßen, der diesen TAZ-Artikel verlinkt. Und sehe es – wie zu erwarten – komplett konträr. Dabei geht es darum, fünf “olympische Ideale” zu benennen und ihr Fehlen zu beklagen. Am einfachsten gehe ich mal auf jedes im Einzelnen ein und sage dazu, was ich dazu denke:

das Ideal des Amateurismus
Die olympischen Spiele erheben mehr oder weniger stark den Anspruch die Weltelite in den jeweiligen Sportarten zusammen zu rufen.
Eine Position in der Weltelite zu erreichen und zu halten ist im Sport aber nun Mal mit einem recht großen Aufwand verbunden. Es ist inzwischen wohl nahezu unmöglich mit 2 Stunden Einsatz alle 3 Tage zu den Top 10 in irgendeiner Sportart zu gehören, die von einer nennenswerten Menge an Menschen betrieben wird. Zudem erfordert es der Sport ja auch, dass man an Wettkämpfen teilnimmt. Dies bringt jedoch auch finanziellen Einsatz mit sich.
Auch die Teilnahme an den Spielen verursacht ja nicht geringe Kosten für den Teilnehmer: Reise nach Peking, Freistellung vom eigentlichen Beruf etc. wären bei Amateuren ja alles Dinge die sie selbst aufbringen müssten.

Amateurismus bedeutet also: Spiele für die Reichen. Diejenigen, die aufgrund ihrer Stellung die Möglichkeit haben größere Zeit in ihr “Hobby” zu stecken, diejenigen die in der Lage sind auch größere Kosten zu stemmen.

Damit will ich ausdrücklich nicht alle Aspekte des Profitums hochjubeln. Aber ich denke schon, dass dies die bessere Lösung ist. Sowohl was den Leistungsgedanken angeht, als auch was die Möglichkeiten für den einzelnen angeht. Und dass unter Profibedingungen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass auch soziale Randgruppen erfolgreiche Sportler hervorbringen ist ja kein ganz schlechter Effekt.

Bindung des Sports an ethische Regeln und Grundsätze
Sport ist, genau wie fast alle anderen menschlichen Erfindungen an Regeln gebunden. Üblicherweise für die jeweilige Sportart definierte Regeln. Das hat zunächst einmal überhaupt nichts mit ehtik zu tun, sondern mit praktikabilität. Wettkampf ist nur dann möglich, wenn die Wettkämpfer sich einem Regelkorsett unterwerfen. Blöde gesagt würden beim 100m-Lauf sonst alle Motorrad fahren, weil es damit schneller ginge. Definition des Ziels und der Optionen dies zu erreichen. Regeln.
Mit Ethik selbst hat Sport meiner Meinung nach überhaupt nichts zu tun. Sport ist die Überhöhung des kapitalistisch-darwinistischen Prinzip. Nur die am besten Angepassten “überleben”. Nur diejenigen die ihr Leben möglichst optimal dem Ziel unterordnen in der jeweiligen Sportart zu gewinnen UND die die besten Voraussetzungen mitbringen, gewinnen am Ende. Das ist das genaue Gegenteil von dem was die meisten meinen, wenn sie über ethische Regeln und Grundsätze nachdenken.

das Prinzip der Leib-Seele-Einheit
Ja, da merken wir, dass die “olympische Idee” irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts geboren wurde. In einer sich noch nicht wirklich differenziert habenden Gesellschaft, die noch in altertümlichen Strukturen denkt. Generalisierung statt Spezialisierung. Natürlich spricht nichts dagegen, wenn die Athleten neben dem Körper auch den Geist trainieren. Zunehmend mehr wird es sogar für den sportlichen Erfolg relevant auch “was im Kopf” zu haben. nur: Das ist keine zwingende Grundlage für sportlichen Erfolg. Und um den geht es hier.

Selbstvollendung
Aehja. Tschuldigung aber das ist nun echt irgendwie Esoterik-Kram, oder? Die TAZ schreibt dazu “Beim Prinzip der "Selbstvollendung" geht es nicht um einen vollendeten Körper, eine vollendete Wettkampfleistung.” Aehja, nicht? Sondern um eine durchschnittliche Wettkampfleistung? Etwas später folgt dann: “Dieses ganz individuelle Einüben körperlichen Könnens und seiner Selbsteinschätzung dazu ist eine der spannendsten Erfahrungen, die Athleten aus meiner Sicht erleben können.”.
Und? Übrigens ja nun was, das ein durchschnittlicher Sportler täglich hat. Also das Einüben körperlichen Könnens, das der Autor so toll findet.

Aber eigentlich: Wettkampf! Sieg! Sport!
Okay, nach Meinung der TAZ ist das wohl alles nebensächlich, aber da es hier um meine Meinung geht: Selbsterfahrungstrips haben mit den Spielen ja nun erstmal genau gar nichts zu tun.
Wer meint er müsse “Selbstvollendung” anstreben.. bitte, aber darum geht es erstmal vorrangig nicht. Wettkampf. Sieg.

die Friedensidee des Sports
Krieg oder Frieden ist eine politische Entscheidung staatenführender Personen oder Gremien.
Sportlicher Erfolg ist die individuelle Leistung einzelner Athleten (bzw. der Athleten und Ihrer Stäbe).
Krieg ist eine im weitesten Sinne aufgrund wirtschaftlicher Bestrebungen getroffene Entscheidung zu gewalttätigen Handlungen gegenüber anderen Staatenkonstrukten.
Sport bietet möglicherweise die Möglichkeit, Freundschaft zwischen Athleten verschiedener kriegführender Parteien herbeizuführen. Das unterschätzt aber die Tatsache, dass es in modernen Kriegen fast nicht mehr darum geht, ob man sich “mag” oder nicht, sondern schlicht darum, inwiefern einer der beiden Wege mehr Erfolg verspricht. Übrigens auch schon im Mittelalter die größte Antriebskraft hinter gewalttätigen Auseinandersetzungen. Hat also eigentlich so gar nichts miteinander zu tun. Die beiden spielen sich einfach auf völlig unterschiedlichen Ebenen ab.

Olympische Ideale? Siehe oben. Brauche ich nicht. Gebt mir Sport, Erfolg, Höchstleistungen, Rekorde, Unterhaltung. Das hat sich seit Caesar nicht geändert: Entertain me. Spiele. Gladiatoren. 

Wo bleiben die Löwen? Los, zerfetzt mich.

Doktor Wer?

10. August 2008 · Abgelegt unter Allgemein, Kultur · 4 Kommentare 

Ich bin ja ohne Zweifel ein Serienjunkie. Noch dazu Science-Fiction-Fan. Außerdem bin ich großer BBC-Anhänger. Und British English ist das einzig richtige Englisch. Was liegt also Näher, als Dr. Who zu gucken? Offenbar vieles.

Ich habe lange Zeit einen unbewußten Bogen um Dr. Who gemacht. Keine Ahnung warum eigentlich. Nun wurde ich vor ein paar Wochen dann quasi zwangsverpflichtet, nachdem sich im Bekanntenkreis mehrere begeistert über die Serie äußerten. Nagut, denkt man sich, erste “neue” Staffel gibts bereits in Deutschland und also in bezahlbar zum mal reinschauen.

Zum Hintergrund: Dr. Who ist die am längsten laufende SF-Serie überhaupt. Nachdem 1963 die ersten Folgen liefen gibt es inzwischen 30 (!) Staffeln. “Series” wie die Engländer sagen. Dabei gibt es Ende der 80’er eine Pause, 2005 wurde mit Staffel 27 wieder angefangen. Diese kann man dann auch “New Season 1” nennen. Da ich mich zunächst nicht durch 60’er-Jahre-Fernsehen wurschteln wollte, habe ich mit der New Season 1 angefangen.

Der Held der Serie – Dr. Who – ist ein außerirdischer. Ein Timelord. Diese sind recht langlebig, so dass sich Ihre Körper regenerieren können, sollten sie “sterben”. Besonders praktisch für so lange Serien, da man hier recht problemarm die Hauptfigur austauschen kann. Und Dr. Who reist viel – durch Zeit und Raum. In einer Art Telefonzelle, jedenfalls von außen. Diese Telefonzelle ist jedoch innen wesentlich größer als man denkt. Und sie heißt “TARDIS”. Time and relative dimension in space”.

In den ersten beiden “neuen” Staffeln wird er dabei von der Menschin Rose begleitet, die ihm als Companion zur Seite steht. Wer jetzt an die Companions bei Firefly denkt, dem sei gesagt: So eine ist Rose nicht.

Die Folgen sind in der Regel abgeschlossen, teilweise gibt es doppelfolgen. Aber – im Gegensatz zu vielen meiner sonstigen Lieblingsserien – kommt Dr. Who ohne Cliffhanger aus. Und es ist trotzdem so, dass ich immer mehr sehen wollte. Ich mag die Schauspieler, ich mag die Sprache, ich mag die Settings. Man erkennt England in nahezu jeder einzelnen Szene. Insgesamt ist eine der Stärken der Serie glaube ich ihre Fähigkeit extrem unterschiedliche Stimmungen innerhalb der Folgen zu verarbeiten. Mal ist es eher heiter und humorvoll. Mal ist es nachdenklich. Mal geht es um die Liebe, dann um Außerirdische, dann um Mutter-Tochter-Konfliikte. Sicherlich kein ausschließliches SF-Setting. Aber daraus zieht Dr. Who ihre Stärken. Und: Die Serie kommt fast ohne Aufwändige Kulissen aus, ohne dass es Stört. Wer die neue Battlestar Galactica-Serie kennt, oder eben Firefly, hat ja ein bestimmtes Bild von “Weltraumserien”. Dr. Who spielt – zu gefühlten 85% in England. Und so schaut es dann meistens eben auch aus.

Ganz interessant ist übrigens, dass Dr. Who in UK wohl zum Allgemeinwissen gehört. Allein dank der ersten Staffel habe ich ein paar Referenzen aus anderen Serien oder Filmen verstanden, die mir vorher nicht aufgefallen wären. Das Geräusch dass die Raum-Zeitmaschine TARDIS macht ist z.B. in England z.B. für alles mögliche gebräuchlich, es gibt Klingeltöne etc.. Man stolpert einfach auch anderswo darüber. Für mich als großer Fan von Crossovers und eben Referenzen bedeutet das einfach sehr viel Spass.

Seit 2005 sind inzwischen vier neue Staffeln über die BBC gelaufen. Nach der zweiten neuen Staffel begann das Spin-Off “Torchwood” (ein Anagram von Doctor Who), dass es ebenfalls auf zwei (August 2008) bereits gesendete Staffeln bringt. (Reihenfolge der Ausstrahlung war Dr. Who Season 01 – DW S02 – Torchwood S01 – DW S03 – TW S02 – DW S04. Ich denke dass es hilft auch in der Reihenfolge zu gucken.)

Ich weiß gar nicht, wie das mit der Ausstrahlung in Deutschland ausschaut, aber es läuft wohl ich auf Pro7 und bei SciFi. Wie immer rate ich allerdings dazu, sich die DVD zu besorgen und das ganze auf englisch zu schauen.

Fazit? Ich kann es wirklich empfehlen. Man sollte sich allerdings darauf einstellen, dass die Hauptfiguren ungewohnt häufig wechseln. Nach Staffel 1 wird der Doktor ausgetauscht. Nach Staffel 2, wenn ich das bei TVIV richtig gelesen habe die Companion. Mir macht das überraschend wenig aus. Der alte Doktor war toll, der neue gefällt mir aber ebenso. Im Moment bin ich neugierig auf die erste Torchwood-Staffel, in der wohl auch der eine oder andere “alte Bekannte” noch einmal auftritt.

Ansehen.

Vierer-Holz

6. August 2008 · Abgelegt unter Allgemein, Kultur · 4 Kommentare 

Die Vizekoenigin hat mich mal wieder mit einem Stöckchen bedacht. Diesmal sind es lauter Fragen auf die vier Antworten erwartet werden.

Nun denn:

4 Jobs, die ich in meinem Leben hatte

  1. Medikamente-Bringdienst-Sklave
  2. Buchpacker
  3. Webadmin
  4. Marktforscher

4 Filme, die ich immer wieder ansehen würde

  1. Fight Club
  2. MST3K – This Island Earth (deutsch)
  3. Se7en
  4. Hellboy

4 Orte, an denen ich gerne gewohnt habe

  1. Hamburg
  2. Schenefeld
  3. Tangstedt
  4. kommt noch

4 Orte, an denen ich gerne mal wohnen würde

  1. London
  2. In der Schweiz
  3. Dublin
  4. Reykjavik

4 TV-Serien, die ich gerne anschaue

  1. Lost
  2. House
  3. How I met your Mother
  4. Boston Legal

4 Plätze, an denen ich im Urlaub war

  1. England
  2. Lanzarote
  3. Türkei
  4. Bulgarien

4 Webseiten, die ich täglich besuche

  1. Curi0usities
  2. SPON
  3. St. Pauli-Forum
  4. Google

4 Meiner Lieblingsessen

  1. Tortellini-Auflauf
  2. Labskaus
  3. Kartoffel-Gratin
  4. Filetsteak

4 Plätze, wo ich gern im Augenblick sein möchte

  1. Sag ich nicht.
  2. Irgendwo am Strand
  3. Beim Mittagessen
  4. Eigentlich möchte ich meist nicht an bestimmten Orten sondern mit bestimmten Menschen sein, wenn ich so drüber nachdenke. Begleitung > Reiseziel, wenn man so will.

4 Blogger, denen ich das Stöckchen weitergebe

  1. Reizzentrum
  2. Gedankendeponie
  3. Das Alltägliche Chaos
  4. Das Blonde Alien

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