Und ich so: Yeaahh!

Das war also mein erster Flashmob. Und dann gleich ein so äh.. prominenter. Also so mit live Kanzerlin gucken und so. Naja.

Frau Merkel stand jedenfalls vorn und erzählte irgendwas ziemlich triviales (“und dann war ich 35 und der Herr Kohl sagte zu mir”) und wir standen ziemlich weit hinten und schafften es scheinbar ganz gut mit “Alle so YEAAHH!” für Verwirrung zu sorgen. Ich hab jedenfalls ganz eindeutig den Eindruck gehabt, dass die meisten Anwesenden (die mitgemacht haben) großen Spaß hatten. Besondere Highlights kamen natürlich immer dann zustande, wenn die da vorne irgendwas sagte, wo das Yeaahh wie die Faust aufs Auge passte.

Und dann haben sie die Mauer gebaut

…und alle so Yeaahh!.

Ich fands vor Ort unglaublich schwer, zu beurteilen, wie laut wir wirklich waren. Aber dem genervten Blick den Frau Merkel zwischendrin aufsetzte nach zu schließen, laut genug.

Wobei ich für mich sagen muß, dass die Reaktion bzw. Ignoranz von Frau Kanzlerin mir recht egal war, da hab ich nichts erwartet. Aber ganz großartig waren die anfangs wirklich hasserfüllten Blicke von irgendwelchen Anti-AKW-Heinis, die da munter ihre (nutzlosen, weil wirkungslosen) Plakate hoch hielten.

Mal ehrlich: Glaubt Ihr echt, dass Ihr damit IRGENDWAS ändert?

Das war für mich auch irgendwo mein persönlicher Hintergrund des ganzen. Wobei der mir viel später erst bewußt wurde. Nonsense. Weil das ganze Prozedere Nonsense ist. Die da vorn, die nicht mal mehr was programmatisches erzählt, sondern krampfhaft versucht sympathisch und lässig rüberzukommen (was ihr – oh wunder – mißlang), die da unten, die entweder sowieso schon wissen, dass sie CDU wählen, oder schon wissen, dass sie nicht CDU wählen und – wohl egal was passiert wäre – ihre Meinung auch nicht geändert hätten.
Und wir, die nicht dort waren, weil wir in dem Fall was politisches sagen wollten, sondern weil irgendein Kasper auf irgendein Wahlplakat einen blöden Spruch geschrieben hatte. Ich glaube nicht – im Gegensatz zu den Artikeln die ich so gelesen habe – dass es den Motivator gab, der uns alle dahin brachte. Ich glaube, jeder hatte seine eigenen, kleinen, persönlichen Motive. Die Piraten, die sicher auch “Wahlkampf” machten, die Protestler. Und eben die Nonsense-Fraktion.

Auch völlig egal, eigentlich. Ich hatte eine Stunde lang großen Spaß. That’s it. Und ich bin trotzdem nicht unpolitisch.

Wer es nicht verstanden hat: Spiegel online (“Flashmob-Terror” – is klar)

Wer es eher verstanden hat: Mopo

5 thoughts on “Und ich so: Yeaahh!

  1. Sehe ich ganz genau so. Ich war nicht umsonst in “Zivil” dort. Das war einfach ne coole Veranstaltung die den Wahlkampf karikieren sollte. Ich denke das ist gelungen.
    Zumindest die mittlerweile rund 200 Kommentare unter dem SPON Artikel sind fast ausschließlich pro “Yeaahh”.

  2. Wenn wir Protest durch Jubeln in Deutschland bewirken können, dann würde ich die Hoffnung doch nicht ganz aufgeben in diesem Lande 😉

  3. Ich wäre ja auch so gerne gekommen, aber eine Fahrt über 600 km (einfach) nur um mal yeah zu rufen lohnt sich nicht wirklich. 😉 Vielleicht ereignet sich ja sowas auch mal bei mir in der Nähe, das wäre halt einfach nur genial. 😀

  4. und da sage noch jemand, dass Nonsens nicht politisch ist 😉

    Gut gemacht. Habe auf der Flensburger Förde mitge-Yeaaaht

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