{"id":484,"date":"2009-03-08T23:29:59","date_gmt":"2009-03-08T22:29:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.curi0us.net\/blog\/?p=484"},"modified":"2009-03-08T23:32:46","modified_gmt":"2009-03-08T22:32:46","slug":"twitter-massenmarkt-oder-nischenservice","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.curi0us.net\/blog\/2009\/03\/08\/twitter-massenmarkt-oder-nischenservice\/","title":{"rendered":"Twitter &ndash; Massenmarkt oder Nischenservice?"},"content":{"rendered":"\n<!-- google_ad_section_start -->\n<p><em><strong>Disclaimer<\/strong>: Ich mu\u00df mal wieder \u00fcber was schreiben, das genau gar nichts mit Fu\u00dfball zu tun hat \ud83d\ude42 Also eine kurze Analyse von Twitters Perspektiven in Deutschland aus meiner Perspektive, weil ich heute einige Beitr\u00e4ge zum Thema gelesen habe.<br \/>\nWenn ich gleich von Twitter rede, meine ich das Stellvertretend f\u00fcr die Microblogging-Szene als solche. Man verzeihe mir die Generalisierung. <\/em><\/p>\n<p>Ich lehn mich grad mal etwas aus dem Fenster und behaupte \u201cwir\u201d bei Twitter sind im Prinzip fast alle \u201cInternet-Vision\u00e4re\u201d oder wenigstens Fr\u00fchadoptierer.<br \/>\nUnd \u201cwir\u201d reden jetzt schon davon, wie Twitter, oder alternativ Microblogging als solches, das Leben der Menschheit ver\u00e4ndern wird. W\u00e4hrend die Menschheit (wenigstens in Deutschland) gr\u00f6\u00dftenteils gerade damit k\u00e4mpft mit dem Internet klarzukommen und die meisten wohl noch nichtmal wissen, was bloggen ist, bzw. Blogs sind.<\/p>\n<p>Da wird dar\u00fcber nachgedacht, dass Twitter ja in Teilen Email bereits abgel\u00f6st hat, dass man den Kontakt mit seinen Bekannten ja inzwischen \u00fcber ICQ, Skype, Twitter l\u00f6st, unterwegs aufs Handy guckt um seinen Twitteraccount zu checken, und nichtmehr SMS sondern DMs schreibt.<\/p>\n<p>Ja! Ver\u00e4nderung findet statt. Laufend. Kein Medium hat den Alltag (einiger?) so schnell so stark ver\u00e4ndert, wie das Internet. Wir Onlinebewohner sind, was unsere sozialen Rahmenbedingungen angeht so dermassen anders ausgestattet als unsere Vorfahren, dass es kaum noch vergleichbar ist.<br \/>\nAber wir sind im Vergleich einfach immer noch wirklich wenige.<br \/>\nSelbst die Kids von heute sind lange nicht so \u201cOnline\u201d, wie viele scheinbar glauben. Klar, Email, ICQ, Chatrooms, Sch\u00fclerVZ geh\u00f6ren inzwischen ganz normal dazu, aber trotzdem bleiben viele der Im Web 2.0 gehypten Bereiche eben ganz kleine Nischen. Mehr nicht.<\/p>\n<p>Blogs haben keine wirkliche Relevanz. Twitter erst recht nicht.<\/p>\n<p>Mal ehrlich: Die Zahlen die so kursieren gehen davon aus, dass es in Deutschland zur Zeit irgendwo zwischen 25.000 und 80.000 Twitter-User gibt. Ob aktiv, passiv, corporate, privat, whatever. Wenn man mal von der h\u00f6chsten Sch\u00e4tzung ausgeht, ist das ein Tausendstel der Bev\u00f6lkerung. Ein Promil also. <a onclick=\"javascript:pageTracker._trackPageview('\/outgoing\/en.wikipedia.org\/wiki\/Technology_adoption_lifecycle');\"  href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Technology_adoption_lifecycle\" target=\"_blank\">G\u00e4ngige Modelle<\/a> was die Adaption neuer Technologien angeht, gehen davon aus, dass ca. 2,5% \u2013 also das f\u00fcnfundzwanzigfache als \u201cInnovatoren\u201d gilt (sch\u00f6ne Grafik <a onclick=\"javascript:pageTracker._trackPageview('\/outgoing\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:DiffusionOfInnovation.png');\"  href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:DiffusionOfInnovation.png\" target=\"_blank\">hier<\/a>). Innovatoren sind diejenigen, die neue Produkte entweder mit entwickeln, oder ganz am Anfang nutzen.<br \/>\nSelbst wenn wir das auf die Internetpopulation runterbrechen, also auf sowas wie 60-70% der Bev\u00f6lkerung (ca. 52 Mio.), hie\u00dfe das, dass wir davon ausgehen m\u00fcssten, dass ca. 1.300.000 Menschen Twitter nutzen m\u00fcssten, bevor \u00fcberhaupt erst die so genannten Fr\u00fchadoptierer zum Zug kommen.<\/p>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich sehr milchm\u00e4dchen gerechnet. Trotzdem veranschaulicht es finde ich ganz gut, wie <em>relevant <\/em>Twitter eben f\u00fcr Ottonormaluser ist: Gar nicht. Und denken wir mal \u00fcber die Verbreitung von \u201crichtigen\u201d Blogs\u2026 selbst da sind wir Meilenweit davon entfernt, die breite Bev\u00f6lkerung wirklich zu erreichen. Einige Ausnahmen (der Klassiker Bildblog) m\u00f6gen eine relativ breite Leserschaft erreichen, aber auch das sind doch im Vergleich kleinste Fische.<\/p>\n<p>Der Hype, den die Online-Massenmedien lostreten (z.B. dass Spiege-Online jetzt \u201ctwittert\u201d und dauernd dar\u00fcber berichtet) wird sicher einige neue User ansp\u00fclen, aber ich denke wirklich nur wenige. Denn, wer Twitter \u00fcber eines der Presseangebote kennelernt, wird kaum den sozialen Reiz des Services kennenlernen.<\/p>\n<p>Kurz das Szenario: Jemand, der Twitter nicht kennt, lernt bei SPON, dass es jetzt die Artikellinks als Tweets gibt, meldet sich bei Twitter an, hat einen eigenen Account und folgt zun\u00e4chst SPON. Evtl. auch noch ein oder zwei anderen Zeitungs- oder Zeitschriften- oder Newsfeeds bei Twitter. Lernt er so neue Leute kennen? Interaktion mit anderen? Nada. Er bekommt keine Diskussionen mit, sieht keine Referenzen auf andere Twitterer, verkn\u00fcpft sich selbst nicht weiter. Und wird, aller Wahrscheinlichkeit nach, h\u00f6chstens von SpamTwitterern selbst verfolgt. Twitter als reine Verlagerung von RSS Feeds also.<\/p>\n<p>Hei\u00dft: Twitter bleibt den Web 2.0-Bewohnern, Bloggern, Netzbekloppten vorenthalten. Wie ich vermute noch wirklich lange, m\u00f6glicherweise sogar l\u00e4nger, als reine Microblogging-Plattformen \u00fcberhaupt exisiteren werden.<\/p>\n<p>Die einzige Variante, von der ich glaube, dass sie auch in einer breiteren Masse funktioniert, sind Twitterklone integriert in gr\u00f6\u00dfere Plattformen. Das, was XING mit dem Status vorgemacht hat, was Facebook jetzt offenbar in der erneuerten Plattform integrieren will, sowas wird sicherlich breiter genutzt werden. Aber auch wieder ganz anders, als Twitter zur Zeit von den verschiedenen Usern (und da gibt es ja auch wieder endlos Unterschiede, von Chat-Tool \u00fcber Nachrichten-Aggregator etc. Ich bin gespannt, was die <a onclick=\"javascript:pageTracker._trackPageview('\/outgoing\/twitterumfrage.de\/');\"  href=\"http:\/\/twitterumfrage.de\/\" target=\"_blank\">Twitterumfrage<\/a> am Ende an Ergebnissen ausspuckt, aber auch das ist ja nur ein klitzekleiner Anfang, Twitter in der Tiefe zu analysieren).<\/p>\n<p>Fazit?<\/p>\n<p>Wir sitzen alle in unserer kleinen Web 2.0 Nische und hoffen irgendwie scheinbar darauf, dass das, was wir hier machen, irgendwie f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe \u201cBedeutung\u201d, Relevanz hat. Hey, hat es auch! Aber eben nur f\u00fcr eine \u00dcberschaubare Anzahl an Menschen. Und diese Gruppe wird \u2013 davon bin ich ziemlich \u00fcberzeugt \u2013 nur sehr langsam wachsen. Wenn \u00fcberhaupt. Dazu sind die Interessen von \u201cNormalos\u201d einfach zu unterschiedlich zu dem, was uns Web 2.0-Fuzzis so umtreibt. Bei aller Heterogenit\u00e4t, die sich im Web 2.0 so finden l\u00e4sst.<\/p>\n\n<!-- google_ad_section_end -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Disclaimer: Ich mu\u00df mal wieder \u00fcber was schreiben, das genau gar nichts mit Fu\u00dfball zu tun hat \ud83d\ude42 Also eine kurze Analyse von Twitters Perspektiven in Deutschland aus meiner Perspektive, weil ich heute einige Beitr\u00e4ge zum Thema gelesen habe. 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