Manchmal machen die Pinneberger Jungs ja wirklich gute Texte.. muß man so sagen… Have Fun!
Archiv für den Monat: Februar 2010
Übrigens: Es ist Winter
Wie das so ist mit den Überraschungen.. sie kommen plötzlich.
Beruhigend, wenn man weiß, dass die Entscheidungsträger darauf dann auch direkt reagieren und die richtigen Maßnahmen Ergreifen.
Aktuelles Beispiel: Winter. Das ist was, das wir hier im Norden ja quasi gar nicht kennen. Also dieses weiße Zeug (das heißt übrigens Schnee) und das mit dem gefrorenen, glatten Wasser (’Eis’ für die Fachleute) ist ja total neu für uns.
Naja, für uns nicht, aber offenbar für einige. Für Frau Hajduk zum Beispiel.
Frau Hajduk ist von den Grünen und in Hamburg die “Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt”.
Dass es seit kurz vor Weihnachten mehr oder weniger schneit, friert, fröstelt, dass die Strassen, Wege, Flächen teilweise sauglatt sind, ist bei ihr offenbar erst vorgestern angekommen.
Anders lässt sich kaum erklären, dass jetzt schon “Sofortmaßnahmen” eingeleitet, um die gröbsten Auswirkungen dieses Winters zu bremsen. 1.000 bis 1.200 Mitarbeiter der Stadt Hamburg kümmern sich seit heute zusätzlich darum, Schnee und Eis zu beseitigen.
Seit heute.
Heute ist der 09.02. Das Jahr ist also bummelige 40 Tage alt.
Plus sowas wie 10 Tage Schnee und Eis Ende 2009.
Hey, wir hatten sogar weiße Weihnachten!
50 Tage Eisglätte, die an Frau Hajduk vorbeigegangen sind.
Ich bin gefühlte 80 Mal *fast* auf die Nase gefallen, auf dem Weg von oder zu einem der diversen U-Bahnhöfe. Die Spitalerstrasse war zwischenzeitlich spiegelglatt. So richtig. So spiegelglatt, dass ich gefühlte 10 Minuten vom Brunnen bis zum Hauptbahnhof gebraucht habe.
Übrigens war auch der Rathausmarkt, den ja unsere Regierenden hier irgendwie auch mal sehen dürften, ziemlich vereist.
Die Alster war fast so zugefroren, dass ein “offizielles” Alstereisvergnügen ermöglicht wurde. Vor anderthalb Wochen. Und jetzt werden Sofortmaßnahmen ergriffen. Danke Frau Hajduk, das ist flexibles, schnelles und angemessenes Handeln.
Kann es sein, dass man bei den Grünen zu sehr an die Klimakatastrophe glaubt? Dass vielleicht das Warten auf die Atmosphären-Erwärmung dazu führt, dass man Schnee und Eis einfach nicht mehr wahrnimmt? Wäre doch ne Möglichkeit. Wir haben eigentlich nämlich 25° hier. Treibhauseffekt. Schon seit 10 Jahren.
Hallo? Die Notaufnahmen stocken ihr Personal auf, weil so viele ausgerutschte vorbeikommen, mit gebrochenen Knöcheln, Beinen, Armen, wie sonst nicht.
Aber die Regierung wartet erstmal ab.
Nach 7 Wochen Schnee und Eis von Sofortmaßnahmen zu sprechen ist schon irgendwie zynisch, oder?
Jeder Hausbesitzer muß sich darum kümmern, dass es vor seinem Haus “begehbar” ist, jeder muß seit Wochen Schnee schippen, Eis Streuen, räumen.
Zweimal täglich.
Nur die Stadt scheint das nicht gemerkt zu haben.
Blöde gesagt ist der halbe Winter schon rum (der fing am 21.12 an und hört am 21.03 auf) und vermutlich wird es in ungefähr 2 Wochen tauen. Das hätte man auch noch aussitzen können.
Unabhängig davon ist es natürlich jedes mal wieder erstaunlich, wie “überraschend” der Wintereinbruch kommt. Dass es schneit und friert ist für viele ja jedes Jahr aufs Neue eine völlig unerwartete Tatsache.
Sieht man auch auf den Strassen, bei vielen Autofahrern.
Positiv gedacht: Die Regierung passt sich ihren Wählern an.
Negativ gedacht: Ich hoffe, jeder der auf öffentlichen Flächen ausgerutscht ist, und sich irgendwie verletzt hat, verklagt die Stadt.
Laut Radio wollte Frau Hajduk dazu übrigens nichts sagen. Wer da verantwortlich sei wird jedenfalls nicht erwähnt. Klingt für mich so, als käme ihr langsam, dass das sie bzw. ihre Behörde sein könnte.
Fröhliches Rutschen weiterhin. Heute früh wars jedenfalls nicht weniger glatt, als das ganze Jahr schon.
Und wer es immer noch nicht mitbekommen hat:
Es ist Winter.
Es könnte schneien.
Es könnte glatt sein.
Sogar in Hamburg.
Sicher ist sicher.
Fussball in der U-Bahn
Während ich vor Beginn der Rückrunde noch darauf hoffte, dass wir nicht abrutschen würden bin ich inzwischen ja doch etwas optimistischer.
Drei Spiele in Folge ohne Gegentore. Drei Spiele in Folge gewonnen. 5:0 Tore, 9 Punkte. Und das, obwohl wir in zwei Spielen Auswärts auftraten. Obwohl wir mit Duisburg und Aachen zwei Teams vor der Flinte hatten, die sich von den Zielen her sicherlich eher oberhalb des magischen St. Pauli einordneten. Vor der Saison.
Das Duisburg-Spiel mal wieder unterwegs erlebt. Dank des immer noch tollen AFM Radios und einem dafür ganz brauchbarem Handytarif über die “AFM-Radio-Telefonhotline” trotzdem fast live dabei. Auf dem Heimweg.
Ich war noch nichtmal in der U-Bahn, als das 1:0 fiel. Beschwingten Schrittes, breit grinsend, leise vor mich hin singend wanderte ich durch den Hauptbahnhof in Richtung U1. Dass ich mit St. Pauli-Mütze gerade durch die HSVer hüpfte, die auf dem Weg in den Volkspark waren fiel mir zum Glück erst auf, als ich schon wieder aus der Wandelhalle draußen war.
Kaum in der U-Bahn, gerade einen Sitzplatz gefunden, zog ich dann auch schon die Blicke der Mitfahrer auf mich… Auf dem Sitz rumwippend, breit grinsend, vor mich hinsummend – die beste Halbzeit seit Ewigkeiten. Wenn man nicht bald das Zweinull fällt, weiß ich auch nicht. Gedacht, gehört, gejubelt: 20. Minute. Deniz Naki. 2:0. Es hielt mich nicht so wirklich im Sitz. Kurz aufspringen, merken, dass ich nicht zuhause bin, wieder hinsetzen, in verwirrte Gesichter schauen. Gehört aber irgendwie auch dazu. Sollen die doch denken, was sie wollen.
Und wenn ich so drüber nachdenke – immerhin fuhr ich nicht zu meiner Mutter, die wohnt nämlich Nähe Elbgaustrasse. Das ist – für nichteinheimische – zwei Stationen hinter dem HSV-Stadion-Bahnhof. Und in der S-Bahn dorthin saß zu dem Zeitpunkt gerade eine etwas genervte HSV-Hooliganette auf der Suche nach ihrer Brille und vermutlich noch diverse andere HSV-Fans… Die hätten ihren Spass gehabt. 😉
Aber ich saß in der U1 Richtung Norden.
Hach.
20 Minuten Fußball und schon euphorisch, so muß das.
Als ich am Endbahnhof ankam, hätte es gefühlt 6:0 stehen müssen. Als ich dann nach Autofahrt und Kurzabstecher in den Discounter endlich zuhause war, stand es allerdings immer noch “nur” 2:0. Chancenverwertung my Ass. Aber okay, Chancen für ein 10:3 und 2:0 gewinnen ist mir deutlich lieber, als keine Chancen und verlieren.
Freitagabend, 19:45, Spitzenreiter Liga 2: FC St. Pauli.
Dass die Aachener montags dann zeigten, warum sie im Moment eben doch kein Spitzenteam der Liga sind, und sich der Region kampflos mit 3:0 ergaben nur ein unwichtiges Detail am Rande.
Ein Punkt hinter der Region auf Platz 1, an die wir uns nach und nach ranpirschen.
Fünf Punkte vor Rang 3, der immerhin noch zur Relegation berechtigt.
Acht Punkte vor einem Nichtaufstiegsplatz.
Wenn wir so spielen, wie in Duisburg, kriegen wir die Region auch noch.
Unsere Defensive steht inzwischen sicher. Torchancen und damit Tore kriegen wir im Moment offenbar immer.
Nur ein Spiel ohne St. Pauli-Tor in dieser Saison. In Bielefeld. Eines.
Jetzt folgen zwei Freitagabendflutlichtheimspiele in Folge. Gegen Karlsruhe (Tabellen 12., aber immerhin 4 Auswärtssiege) und Frankfurt (17. aber auch schon 3 Auswärtssiege) eigentlich Pflichtsiege. Mal schauen, ob wir nach der Kür auswärts in Duisburg jetzt auch die Pflicht hinbekommen. Aber ich bin optimistisch.