Wenn du aufwachst, in Twitter liest dass der Powerbook-Blogger hellblauen Himmel sieht…
Dich auf schönes Wetter freust, aus dem Haus gehst und merkst: Du bist gar nicht in Bielefeld…
ist es zu früh zum denken (gute Ausrede, oder?)…
Wenn du aufwachst, in Twitter liest dass der Powerbook-Blogger hellblauen Himmel sieht…
Dich auf schönes Wetter freust, aus dem Haus gehst und merkst: Du bist gar nicht in Bielefeld…
ist es zu früh zum denken (gute Ausrede, oder?)…
Der Taxi-Blogger hat einen Stock gebastelt:
„Wer Bock hat, kann ja mal (hier oder im eigenen Blog) aufschreiben, was ihn in seinem Beruf motiviert.“
Spannende Frage, und weil ich bei anderen gerne Lesen würde, was sie motiviert nutz ich das mal und versuche aufzuschreiben, was mich motiviert (und warum ich mir das eigentlich mal ausgesucht habe).
Marktforschung kennen die meisten vermutlich vor allem so: jemand spricht sie auf der Strasse mit dem immer gleichen Satz „haben Sie ein paar Minuten Zeit für die Marktforschung?“ an.
Das war auch mein erster Kontakt. Als wirklich kleiner Junge bin ich häufiger mit meiner Mutter durch Hamburg-Altona gelaufen, meist auf dem Weg zum Einkaufen.
In Altona gab es zu der Zeit mehrere Studios von Marktforschungsinstituten.
Meine Mutter ist offen und guckt meist freundlich. Und so wurde sie dann auch immer mal wieder von Baggerern (so heißen die Menschen, die eben diesen Satz auf der Strasse sagen) angesprochen. Da sie oft Zeit und eine gewisse Neugierde hatte, ging sie dann oft mit und wurde befragt: „Schmeckt diese Zahnpasta? gefällt Ihnen dieses Fischstäbchen? Was riecht eigentlich besser?“
Der kleine Curi saß daneben und fand das lustig.
Und hauptberufliche Interviewer sind aufmerksam und haben meist ein gutes Personengedächtnis. Und das sagt ihnen dann ziemlich bald dass da immer die junge Frau mit dem kleinen Kind durch den Stadtteil spaziert, die an Interviews teilnimmt.
Achtung: Kleines Kind!
Kinder sind beliebte Zielgruppe und schwer zu kriegen. Was liegt da also näher, als die Frau zu fragen, ob sie auch mit ihrem Kind (dem kleinen Curi) an entsprechenden Interviews teilnehmen würde. Der kleine Curi und meine Mutter fanden das in Ordnung, und so machte ich meine ersten aktiven Marktforschungs-Erfahrungen.
Ca. 15 Jahre später entschied ich mich dann, auch weil ich Marktforschung spannend fand für meinen Studiengang. Und noch ein paar Jahre später landete ich dann zum Glück auch nach dem Studium direkt bei meinem jetzigen Arbeitgeber.
Aber die Frage war glaube ich noch eine andere: Was motiviert mich. Was treibt mich täglich an, und führt dazu dass ich gerne ins Büro gehe?
Ich bin neugierig, ich will wissen was Menschen als große Masse antreibt. Also bin ich Soziologe geworden.
Und dann wollte ich wissen, warum Menschen was kaufen, und wie man sie da beeinflussen kann. Also Markt-, Werbeforschung. (Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher was ich spannender finde. Warum sie es tun, oder wie man sie dazu bekommt etwas zu tun.)
Ich bin online. Schon lange. Ich mag das Internet, ich bastel hier gerne. Ich programmier ab und zu ein wenig. Also wollte ich zur Online-Marktforschung.
Und da bin ich heute.
Ich mag was ich tue, ich schreibe und programmiere gerne Fragebögen, ich koordiniere gern die anfallenden Arbeitsschritte. Ich räume die Daten sogar recht gern in Powerpoint. Ich mag es die Daten vor mir zu haben, und mir zu überlegen ob da was zusammenhängen könnte, was etwas bedeuten kann, warum das so ist.
Ich habe Spaß mit Zahlen. Ich freue mich darüber, wenn ich etwas Neues ausprobieren kann. Wenn ich die Gelegenheit habe eine neue Methode zu benutzen. Ein neues Testkonzept zu basteln. Ich finde meinen Job abwechslungsreich. Fast jeder Tag bietet was Neues.
Wir sind eine kleine Firma. Also bekommt man auch viele Details aus den anderen Abteilungen mit. Ist in Entscheidungen eingebunden. Kann wenigstens eine Meinung abgeben. Ob man die nun durchbekommt oder nicht.
Ich mag meine Kollegen. Freue mich bei den meisten, wenn ich sie sehe. Ich mag sogar meinen Chef.
Wir lachen im Vergleich viel im Büro. Mit, sicher auch übereinander. Wir arbeiten auch viel. Aber ich glaube wir alle arbeiten zumindest meist auch gerne an dem was wir machen müssen. Und wenn man bei allen das Gefühl hat, dass es ihnen im Prinzip Spaß macht, dass sie sich wohlfühlen, dass sie sich vielleicht zwischendurch sogar freuen dein Gesicht zu sehen, dann hilft das natürlich auch, sich zu motivieren.
Was mich motiviert? All das. Ich mag was ich mache, ich mag mit wem ich es mache und meist mag ich sogar die Kunden. Sogar die komplizierten.
Ohne gute Kolleginnen und Kollegen wäre das alles nur halb soviel wert. Aber auch ohne sie macht der Job mir einfach Spaß. Ich habe das Glück, dass ich das arbeiten darf, was ich in den sieben oder acht Jahren davor schon machen wollte. Das motiviert mich. (Fast) Jeden Tag aufs neue.
Gerade zeigt Pro 7 „Dörte’s Dancing“**.
Eine bereits nach ca. 15 Minuten äußerst bemühte Klamauk-Variante von Dirty Dancing…
Was Spiegel-Online so schreibt ohne sinnvolle Handlung, ohne (lustige) Gags, ohne … alles. Und sie haben recht.
Von Rat Pack, den Machern, die auch schon die unsägliche Pro7-Märchen-Kommödien-Filme produziert haben. Alles was man von „Dörte“ vorher mitbekommt ist abschreckend:
Die Werbe-Kampagne dazu:
Nachgemachte Scary Movie Plakate.
Mal ehrlich: Scary Movie war schon – äh – Scary.
Also jetzt nicht gruslig sondern Angst erregend.
Wir erinnern uns: Scary Movie war der misslungene Versuch die Horror-Film-Parodie Scream* zu persiflieren.
Was will uns diese Kampagne eigentlich sagen? „Wir kopieren die (schlechte) Kopie von Scream“? Im Analog-Zeitalter hätte man dazu zu Recht gesagt, dass die Qualität mit jeder Kopie abnimmt.
Naja.
Die Schauspieler Commedians Teilnehmer:
Axel Stein reicht mir persönlich ja immer als Grund wegzuschauen, aber dazu noch Jeanette Biedermann und Sonja Kraus und – äh – ich hab’s verdrängt.
Warum glauben bestimmte Produktionsfirmen eigentlich, dass „Moderieren“ und „Schauspielern“ von der Befähigung her zusammenhängen (und wer behauptet eigentlich, dass alle Moderatoren/innen das auch wirklich können??).
Das gleiche gilt im Prinzip auch für „Singen“ und „Schauspielern“ (Ja, die Anführungszeichen sind Absicht).
Nach 15 Minuten ist es mir schon zu viel. Trotz dem Time Warp im Hintergrund (die Musik reißt es dann doch nicht heraus) und einem optisch glaubwürdigen Riffraff-Klon.
Der Titel der Filmreihe: Funny Movie.
Hallo? Bin ich der einzige oder geht es dem geneigten Leser genau so? Was assoziiert ihr, wenn ihr an Sendungen denkt die wie folgt heißen könnten: Jetzt wird’s lustig, Der Brüller, Schenkelklopfer, Zum Lachen, lustiger Film, Heiter!
Bei mir schwingt da immer eine ganze Latte von vorUrteilen mit. Karneval. Also nicht das, was Augenzeugen vom authentischen Vor-Ort-Karneval in Köln berichten.
Das was es so im Fernsehen gibt. Platte Klischees, betrunkenes Klatschvieh. Alles, aber nicht lustig.
Vor Jahren gab es mal eine Show die hieß „Stimmung“. Mit Bernd Stelter (hier bitte gruseln).
Genau wie damals stellen sich bei mir jetzt bei dem“Funny Movie“ die Nackenhaare auf. Und ich würde mir so gern einreden, dass es nur Vorurteile sind. Aber immer wenn ich mich dann überwinde und reinschaue merke ich: Ich habe Recht. Und das ist das eigentlich erschreckende.
Wenn man mir vorab erklären muss, dass es gleich „lustig“ wird, oder dass gleich „Stimmung“ aufkommt, dann kann es wohl nicht so lustig sein, sonst müsste ich doch von allein lachen, oder?
Michael vom Fernsehlexikon hat’s schon gesehen. Und wenn man ihm vertrauen darf (was ich in diesem Fall einfach mache) wird es grausam:
„Wieder so eine Comedysendung, die nicht lustig ist“ sagt er.
Nicht, dass ich das nicht eh erwartet hätte. Aber ein bisschen bestätigt fühle ich mich da jetzt schon.
Warum ist es eigentlich so schwer, in Deutschland was wirklich Lustiges zu produzieren?
Ich meine, der Humor ist in der Basis doch wohl vorhanden. Klar ist mein Ausschnitt der Welt nur ein kleiner, aber ich weiß wenigstens teilweise, worüber meine Kollegen, Freunde, Bekannte so ungefähr lachen.
Und das ist bestimmt kein“Funny Movie“!
Aber irgendwie darf man wohl nicht zu viel erwarten. Irgendwie sind die an den Hebeln wohl immer noch nicht mutig genug etwas zu machen, das anders und damit wirklich unterhaltsam ist. Subtil, intelligent, humorvoll, innovativ (Buzzword-Bingo!).
Und wenn sie es doch machen, kneifen sie nach kurzer Zeit, weil sie nicht verstehen, dass sich die Quotenchancen einer Fernsehserie nicht nach zwei Folgen anhand der aktuellen Einschaltquoten ablesen lassen. Weil sie nicht merken, dass die Zuschauer Zeit brauchen, um überhaupt mitzubekommen, dass es da etwas Sehenswertes gibt. Gefühlt übrigens nur bei Sachen die für mich sehenswert sein könnten Wetten „Funny Movies“ wird komplett gesendet?
Oder ich überschätze Deutschland, und die Macher sind in Wirklichkeit einfach nur intelligenter oder realistischer als ich, was die Erfolgsrezepte angeht.
Eigentlich auch egal. Ich schalte jetzt um.
* Ja, es gibt genug, die sagen dass Scream keine Parodie sei.
Aber meiner Meinung nach sind die Gag-Dichte und die Menge der Witze mit Bezug zum Horror-Genre einfach ausreichend hoch. Wirklich ernst nimmt sich Scream außerdem auch nicht. Gerade, wenn man die ganze Film-Reihe betrachtet. Man denke nur an die Diskussion in Scream II, ob es Fortsetzungen von guten Filmen gibt, die ebenfalls gut sind (Aliens!).
** Zum Titel: Das zweite Schaf hieß Dörte. Weil es so gern röhrte.