Das zweite Schaf…
Gerade zeigt Pro 7 „Dörte’s Dancing“**.
Eine bereits nach ca. 15 Minuten äußerst bemühte Klamauk-Variante von Dirty Dancing…
Was Spiegel-Online so schreibt ohne sinnvolle Handlung, ohne (lustige) Gags, ohne … alles. Und sie haben recht.
Von Rat Pack, den Machern, die auch schon die unsägliche Pro7-Märchen-Kommödien-Filme produziert haben. Alles was man von “Dörte” vorher mitbekommt ist abschreckend:
Die Werbe-Kampagne dazu:
Nachgemachte Scary Movie Plakate.
Mal ehrlich: Scary Movie war schon – äh – Scary.
Also jetzt nicht gruslig sondern Angst erregend.
Wir erinnern uns: Scary Movie war der misslungene Versuch die Horror-Film-Parodie Scream* zu persiflieren.
Was will uns diese Kampagne eigentlich sagen? „Wir kopieren die (schlechte) Kopie von Scream“? Im Analog-Zeitalter hätte man dazu zu Recht gesagt, dass die Qualität mit jeder Kopie abnimmt.
Naja.
Die Schauspieler Commedians Teilnehmer:
Axel Stein reicht mir persönlich ja immer als Grund wegzuschauen, aber dazu noch Jeanette Biedermann und Sonja Kraus und – äh - ich hab’s verdrängt.
Warum glauben bestimmte Produktionsfirmen eigentlich, dass “Moderieren” und “Schauspielern” von der Befähigung her zusammenhängen (und wer behauptet eigentlich, dass alle Moderatoren/innen das auch wirklich können??).
Das gleiche gilt im Prinzip auch für “Singen” und “Schauspielern” (Ja, die Anführungszeichen sind Absicht).
Nach 15 Minuten ist es mir schon zu viel. Trotz dem Time Warp im Hintergrund (die Musik reißt es dann doch nicht heraus) und einem optisch glaubwürdigen Riffraff-Klon.
Der Titel der Filmreihe: Funny Movie.
Hallo? Bin ich der einzige oder geht es dem geneigten Leser genau so? Was assoziiert ihr, wenn ihr an Sendungen denkt die wie folgt heißen könnten: Jetzt wird’s lustig, Der Brüller, Schenkelklopfer, Zum Lachen, lustiger Film, Heiter!
Bei mir schwingt da immer eine ganze Latte von vorUrteilen mit. Karneval. Also nicht das, was Augenzeugen vom authentischen Vor-Ort-Karneval in Köln berichten.
Das was es so im Fernsehen gibt. Platte Klischees, betrunkenes Klatschvieh. Alles, aber nicht lustig.
Vor Jahren gab es mal eine Show die hieß “Stimmung”. Mit Bernd Stelter (hier bitte gruseln).
Genau wie damals stellen sich bei mir jetzt bei dem”Funny Movie” die Nackenhaare auf. Und ich würde mir so gern einreden, dass es nur Vorurteile sind. Aber immer wenn ich mich dann überwinde und reinschaue merke ich: Ich habe Recht. Und das ist das eigentlich erschreckende.
Wenn man mir vorab erklären muss, dass es gleich “lustig” wird, oder dass gleich “Stimmung” aufkommt, dann kann es wohl nicht so lustig sein, sonst müsste ich doch von allein lachen, oder?
Michael vom Fernsehlexikon hat’s schon gesehen. Und wenn man ihm vertrauen darf (was ich in diesem Fall einfach mache) wird es grausam:
“Wieder so eine Comedysendung, die nicht lustig ist” sagt er.
Nicht, dass ich das nicht eh erwartet hätte. Aber ein bisschen bestätigt fühle ich mich da jetzt schon.
Warum ist es eigentlich so schwer, in Deutschland was wirklich Lustiges zu produzieren?
Ich meine, der Humor ist in der Basis doch wohl vorhanden. Klar ist mein Ausschnitt der Welt nur ein kleiner, aber ich weiß wenigstens teilweise, worüber meine Kollegen, Freunde, Bekannte so ungefähr lachen.
Und das ist bestimmt kein”Funny Movie”!
Aber irgendwie darf man wohl nicht zu viel erwarten. Irgendwie sind die an den Hebeln wohl immer noch nicht mutig genug etwas zu machen, das anders und damit wirklich unterhaltsam ist. Subtil, intelligent, humorvoll, innovativ (Buzzword-Bingo!).
Und wenn sie es doch machen, kneifen sie nach kurzer Zeit, weil sie nicht verstehen, dass sich die Quotenchancen einer Fernsehserie nicht nach zwei Folgen anhand der aktuellen Einschaltquoten ablesen lassen. Weil sie nicht merken, dass die Zuschauer Zeit brauchen, um überhaupt mitzubekommen, dass es da etwas Sehenswertes gibt. Gefühlt übrigens nur bei Sachen die für mich sehenswert sein könnten Wetten “Funny Movies” wird komplett gesendet?
Oder ich überschätze Deutschland, und die Macher sind in Wirklichkeit einfach nur intelligenter oder realistischer als ich, was die Erfolgsrezepte angeht.
Eigentlich auch egal. Ich schalte jetzt um.
* Ja, es gibt genug, die sagen dass Scream keine Parodie sei.
Aber meiner Meinung nach sind die Gag-Dichte und die Menge der Witze mit Bezug zum Horror-Genre einfach ausreichend hoch. Wirklich ernst nimmt sich Scream außerdem auch nicht. Gerade, wenn man die ganze Film-Reihe betrachtet. Man denke nur an die Diskussion in Scream II, ob es Fortsetzungen von guten Filmen gibt, die ebenfalls gut sind (Aliens!).
** Zum Titel: Das zweite Schaf hieß Dörte. Weil es so gern röhrte.
I want to believe
I want to believe, that this is true…
(via JLT)
Black Books
Wozu Sklaven Werksstudenten so alles gut sind
Mein letzter Serientipp kam von einem unserer Werksstudenten, er studiert Soziologie in den letzten Zügen, hat einen feinen Humor und genau die richtige Menge Zynismus um mir an der Humorfront gefährlich zu werden. Bis auf das mit der Soziologie trifft das durchaus auch auf die Serie zu.
Wie man bei dem Titel vielleicht schon ahnen kann: “Black Books”
“Black Books” ist eine englische Serie, die sich mit dem gleichnamigen Buchladen beschäftigt. Hauptfiguren sind Bernard Black, dem der Buchladen gehört, Manny Blanco seinem Angestellten und Fran Katzenjammer(!!), der Frau aus dem Nachbarladen.
Wie irgendwie typisch für britische Serien sind die einzelnen Charaktere sehr skurril.
Black der dem ganzen Kaufen und Verkaufen absolut nichts abgewinnen kann, der von Ordnung und Sauberkeit wohl noch nie gehört hat (Beispielhaft dazu eine Szene, in der ein Putzmann zu Demonstrationszwecken den weiß behandschuhten Zeigefinger in der klassischen ‘Da ist Staub auf dem Regal-Geste’ durch die Luft (!) führt um anschließend die enorme Staubmenge auf dem Finger zu zeigen) und der zu oft und zu intensiv dem Wein zuspricht.
Manny, der, visuell einem dicklichen Jesus gleichende Ex-Buchhalter, der zwischendurch auch mal einen Heiligenschein hat. Manny hat irgendwie geheime Super-Kräfte, schafft es quasi das ganze Inventar zu verkaufen, wenn Black nicht im Haus ist und lernt virtuos Klavierspielen dadurch dass er das Lied einmal im Radio hört. Andererseits kann er absolut nicht zuhören, wenn ihn irgendwas ablenkt und ist auch nicht in der Lage (wichtige) Dinge zu behalten. Und dann ist da noch Fran von nebenan, dauergeil und aus unerfindlichen Gründen mit Black befreundet… Genau wie Bernard Kettenraucher und mit ausbleibendem Erfolg bei Ihren diversen Männerexperimenten.
Warum ist Black Books lustig? Schwer zu beantworten. Das ganze ist für mich eine äußerst gelungene Mischung aus Zynismus, gutem Slapstick, guten Gags und das alles ohne völlig den Bezug zur wirklichen Welt. So absurd viele Szenen sind, so naheliegend ist oft der “Oh ja, das kenne ich auch” - Gedanke.
In einer Folge installiert ein Handwerker zum Beispiel die “moderne” Schlosskontrolle (Nummerncodes) für die Eingangstür im Laden, allerdings gibt es keine Möglichkeit die Nummer auch von außen einzugeben, so dass man die Tür eben nicht öffnen kann, wenn man vor der Tür steht. Ich kann mir wirklich bildlich vorstellen, dass so was bestimmten Menschen (häufiger) passiert. Und wie das ganze vom Ensemble umgesetzt wird macht einfach verdammt viel Spaß.
Exemplarisch ein Ausschnitt aus der dritten Folge, ab 01:10 etwa wird es auch für den nicht informierten Zuschauer lustig. Die Vorgeschichte: Die beiden Jungs (eben Bernard und Manny) sollen auf ein Haus aufpassen und trinken aus Versehen den 7000 Pfund teuren Wein. In der Szene versuchen sie ihn mit „optimiertem“ billigeren Wein zu ersetzen.
Und Nein, ich bekomme nichts dafür, wenn ihr die Scheibe bei Amazon kauft.
Sollte das vielleicht mal ändern ![]()










