Umfrageergebnisse I
Die Tagesschau hat dank der Konkurrenz Zugriff auf interessante Befragungsdaten, nach denen immer mehr Deutsche für die Onlinedurchsuchung per Bundestrojaner seien.
Das halte ich erschreckender Weise sogar für glaubhaft.
Aber immerhin mal ein gutes Beispiel dafür, warum ich gegen Basisdemokratie bin. Ich gebe ja zu, dass das Beispiel Schweiz für „Informed Consent“ Entscheidungen mich etwas in die Defensive gedrängt hat. Und ich bin auch bereit einzusehen, dass Informierte(!) Menschen in der Lage sind sich bei Entscheidungen zu denen sie sich nicht qualifiziert äußern können zurück zu halten. Und in der Schweiz funktioniert es ja offenbar auch mit der Mitteilung von Optionen und der Informationsdichte für die Teilnehmer.
Nichtsdestotrotz – in Deutschland wäre dazu zunächst einmal eine radikale Umkehr im Bildungsbetrieb nötig um überhaupt die Mehrheit der Gesellschaft Partizipationsfähig zu machen. Die Online-Durchsuchungs-Geschichte ist ja nur ein aktuelles Beispiel. Nach aktuellem Stand halte ich die Menschen in Masse hier vor Ort schlicht und ergreifend für zu uninformiert und uninteressiert um an so Abstimmungen ausreichend qualifiziert Teilzunehmen (damit habe ich zunächst einmal nicht gesagt, dass ich die derzeit abstimmenden Politiker im Umkehrschluss alle ausreichend informiert und interessiert wären). Ich gehe einfach davon aus, dass hier jeder das Bedürfnis hätte was dazu zu sagen/ seine Stimme abzugeben.
Ohne sich vorher ausreichend informiert zu haben.
Interessanterweise wundert sich übrigens Heise In dem Zusammenhang darüber, dass lediglich 18% der Menschen hier sich unsicher hinsichtlich möglicher Terroranschläge fühlen. Wenn man jetzt mal die individuelle Ereigniswahrscheinlichkeit hochrechnet von einem Terroranschlag betroffen zu werden, ist das doch eigentlich viel zu hoch, oder?
Böses Beispiel: Irgendwelche Terroristen sprengen einen willkürlich ausgewählten Bahnhof in Deutschland während der Rush-Hour, 2.800 Tote (das ist laut Wikipedia etwa die Größenordnung des Anschlags vom 11.09.2001 auf das WTC und damit vermutlich schon extrem hoch gegriffen).
Bei etwa 80.000.000 Deutschen wäre das eine generelle persönliche Wahrscheinlichkeit von 0,004% – etwa jeder 28.500. Deutsche wäre betroffen.
Zum Vergleich: 2005 gab es in Deutschland etwa 5.400 Verkehrstote (wieder Wikipedia) was fast doppelt so viel ist. Rational gesprochen müsste die Angst davor im Strassenverkehr zu sterben also etwa doppelt so groß sein.
Warum glauben eigentlich alle, dass wir jetzt herum rennen müssten und Angst vor Terroristen haben?
Bei den Zahlen da oben darf sich übrigens jeder noch einmal selbst überlegen wie das Verhältnis von Betroffenen und Einwohnern in den USA ist und wie sinnvoll die scheinbare Terror-Paranoia dort dann ist.
Ich und meine prominenten Verwandten…
Hm, das sind also die Promis denen ich nach unglaublich aussagekräftiger Meinung von MyHeritage (und die müssen es ja wissen ;-)) ähnlich bin.
Schön, immerhin niemand dabei den ich auf anhieb ablehnen würde!
(was vielleicht auch daran liegt, dass ich ausser John Malkovic und
John Landis und Freddy Ljungberg keinen von denen wirklich
einzuordnen weiß…)
Edit: Aber ich bin ja neugierig… Zwei Herren die in Bands spielen die mir
durchaus sympathisch sind finde ich nun auch nicht sooo verkehrt…
Lobhudelei für einen Nachwuchsautoren
Wir alle haben mehrere Facetten dessen was man im Allgemeinen als „Persönlichkeit“ begreift. Eine der Facetten meiner Persönlichkeit manifestiert sich in diesem Blog, andere Facetten zeigen sich in anderen Zusammenhängen.
Eine andere Art zu zeigen wer man ist, ist das Geschichten erzählen. Dabei gibt es Menschen, denen man wenn Sie erzählen zuhören mag, und Menschen bei denen man abschaltet, weghört, weggeht.
Christian Gruber ist ein Geschichtenerzähler.
Gestern durfte ich ihm beim Geschichten erzählen Gesellschaft leisten. Er weiß es seine Stimme so einzusetzen, dass seine Geschichten lebendig genug werden um vor dem inneren Auge seiner Zuhörer „real“ zu werden. Auch seine Geschichten selber bieten immer wieder Bilder, an denen sich auch das (innere) Auge festhalten kann.
Dabei sind diese Bilder von überraschender Vielfalt und, über die verschiedenen Kurzgeschichten die er an diesem Abend vorträgt verteilt, auch die Themen mit denen sich diese Geschichten befassen sehr abwechslungsreich:
Ob sich nun zwei Magier im „Duell“ bekriegen, oder der arme Stefan sich am anderen Ende der Stadt die Haare schneiden lässt, ob die beiden Gewinner der ersten beiden Preise eines mysteriösen Gewinnspiels parallelen erkennen lassen oder ob sich jugendliche in der U-Bahn seiner und meiner Heimatstadt zanken (in einer Geschichte die passenderweise ‘coole Gänseblümchen’ heißt), die Intensität der Geschichten ist fast gleichbleibend hoch.
Dabei fehlt nie ein Anknüpfungspunkt an die eigene Welt, auch wenn die Geschichte selbst sich bald in anderen Welten bewegt. Die Sprache weiß durch intelligente Formulierungen zu glänzen, und für Überraschungen sorgen an diesem Abend die Geschichten.
Für Liebhaber linearer Gedankengänge sind diese Geschichten sicherlich nichts, und auch der Wunsch nach einem „erfüllenden Ende“ wird von Christian oft ignoriert, aber wer es mag ein wenig mit zu denken und seine Fantasie wandern zu lassen, wird von ihm nicht enttäuscht.
Leider vorerst die letzte seiner Lesungen im Riverside Five. Bleibt zu hoffen, dass er nicht nur weiter schreibt, sondern auch der Außenwelt weiterhin seine Geschichten erzählen wird. Ein „Hörbuchprojekt“ ist jedenfalls schon angekündigt. Ich bin neugierig darauf.
Wer derweil sein virtuelles Auge auf ihn richten möchte kann dies tun – Christian Bloggt unregelmäßig.
Um nun zum Eingang dieses Eintrags zurück zu kehren: Was geben diese Geschichten nun über seine Persönlichkeit preis?
Die Hauptbotschaft, die ich aus den meisten seiner Geschichten isolieren kann ist etwa „es gibt kein eigentliches Ende, es geht immer weiter“.
Und wenn es dann doch mal ein wirkliches Ende gibt, kommt dies abrupt und irgendwie unerwartet.
Was will uns der Erzähler mit dieser Botschaft sagen?
„Warte nicht aufs Ende, es kommt sowieso wenn du es nicht erwartest“?
In diesem Sinne












