Ich Held

Kennt Ihr dieses Gefühl, gerade was ganz tolles gemacht zu haben?

Früher, so im Kindergarten, war das wenn man der kleinen Anna den doofen Chrischi vom Hals gehalten hat. Oder wenn man der noch kleineren Nicola gezeigt hat, wie man Lakritzschnecken durch die Nase…

Später, war das dann sowas wie die beste Freundin beim Paddeln im letzten Moment auffangen, so dass sie gerade noch nicht in die Alster plumpst. Oder dem Kumpel noch ne Karte für das Pokalspiel gegen Bayern besorgen.

Später, so richtig viel später läuft das dann etwa so:

Mama “Sag mal, kannst Du heute Abend noch vorbeikommen? Die Pumpe in $dunklertieferschacht pumpt nicht.”

meint: hier steht gleich alles unter Wasser und ich werde ertrinken und das Haus danach in die Luft fliegen

Ich “Puh, ist aber spät heute und anstrengender Tag, geht das nicht morgen?”

meint: Keine Luuuhuuust!

Mama “Hrmfslgrmpf. Aber morgen dann wirklich, soll ja übermorgen kräftig regnen”

meint: Du bist selbst schuld, wenn Du morgen nur noch meinen Leichnam aus dem Loch fischen kannst, das mal mein Haus war

Ich “Okay, ich meld mich”

meint:  Geschafft, ich hab ein schlechtes Gewissen.

Fünf Minuten Später hab ich  mich dann spontan entschlossen, doch noch zu meiner Mutter zu fahren…  Ich bin ja ein guter Sohn.

Ankommen, 5 Minuten in $dunklertieferschacht der weder dunkel noch tief ist rumgestanden, bisschen Sand raus geschaufelt, Pumpe etwas geputzt, wieder reingestellt, getestet. Alles gut.

Mama “Danke, dass Du heute doch noch gekommen bist, jetzt ist ja alles wieder heil”

meint: Mein Held!

Ich: “Hab ich doch gerne gemacht”

meint: Ich Held! HA!

Man fühlt sich echt gut, dann. Auch wenn man vorher keine Lust hatte, hin zu fahren. Richtig gut. Gerade als mit-dem-Kopf-und-der-Tastatur-Arbeiter ist so ein handwerklicher Erfolg ab und an doch ganz fein.

Dumm nur, wenn ne Woche später wieder das Telefon klingelt…

Mama “Die Pumpe ist schon wieder kaputt gewesen!”

meint: Vielleicht adoptier ich doch noch ein handwerklich begabteres Kind

Ich “Öh, Unnu? Soll ich nochmal vorbeikommen?”

meint: Dreck. Ich muss an meinem Heldenstatus arbeiten!

Mama “Nee, ich hab mit $Nachbarin gesprochen, die kennt einen Klempner. Der war vorhin hier und hat die Pumpe ausgetauscht. Jetzt funktioniert alles”

meint: vergiss, was ich von Helden gesagt habe

Ich “Ah, super, dann muss ich ja nicht mehr und jetzt ist alles gut!”

meint: D’Oh!

Kennt Ihr dieses Gefühl, gerade fast was ganz tolles gemacht zu haben?

Übrigens: Es ist Winter

Wie das so ist mit den Überraschungen.. sie kommen plötzlich.

Beruhigend, wenn man weiß, dass die Entscheidungsträger darauf dann auch direkt reagieren und die richtigen Maßnahmen Ergreifen.

Aktuelles Beispiel: Winter. Das ist was, das wir hier im Norden ja quasi gar nicht kennen. Also dieses weiße Zeug (das heißt übrigens Schnee) und das mit dem gefrorenen, glatten Wasser (’Eis’ für die Fachleute) ist ja total neu für uns.

Naja, für uns nicht, aber offenbar für einige. Für Frau Hajduk zum Beispiel.

Frau Hajduk ist von den Grünen und in Hamburg die “Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt”.

Dass es seit kurz vor Weihnachten mehr oder weniger schneit, friert, fröstelt, dass die Strassen, Wege, Flächen teilweise sauglatt sind, ist bei ihr offenbar erst vorgestern angekommen.

Anders lässt sich kaum erklären, dass jetzt schon “Sofortmaßnahmen” eingeleitet, um die gröbsten Auswirkungen dieses Winters zu bremsen. 1.000 bis 1.200 Mitarbeiter der Stadt Hamburg kümmern sich seit heute zusätzlich darum, Schnee und Eis zu beseitigen.

Seit heute.

Heute ist der 09.02. Das Jahr ist also bummelige 40 Tage alt.
Plus sowas wie 10 Tage Schnee und Eis Ende 2009.

Hey, wir hatten sogar weiße Weihnachten!

50 Tage Eisglätte, die an Frau Hajduk vorbeigegangen sind.

Ich bin gefühlte 80 Mal *fast* auf die Nase gefallen, auf dem Weg von oder zu einem der diversen U-Bahnhöfe. Die Spitalerstrasse war zwischenzeitlich spiegelglatt. So richtig. So spiegelglatt, dass ich gefühlte 10 Minuten vom Brunnen bis zum Hauptbahnhof gebraucht habe.

Übrigens war auch der Rathausmarkt, den ja unsere Regierenden hier irgendwie auch mal sehen dürften, ziemlich vereist.

Die Alster war fast so zugefroren, dass ein “offizielles” Alstereisvergnügen ermöglicht wurde. Vor anderthalb Wochen. Und jetzt werden Sofortmaßnahmen ergriffen. Danke Frau Hajduk, das ist flexibles, schnelles und angemessenes Handeln.

Kann es sein, dass man bei den Grünen zu sehr an die Klimakatastrophe glaubt? Dass vielleicht das Warten auf die Atmosphären-Erwärmung dazu führt, dass man Schnee und Eis einfach nicht mehr wahrnimmt? Wäre doch ne Möglichkeit. Wir haben eigentlich nämlich 25° hier. Treibhauseffekt. Schon seit 10 Jahren.

Hallo? Die Notaufnahmen stocken ihr Personal auf, weil so viele ausgerutschte vorbeikommen, mit gebrochenen Knöcheln, Beinen, Armen, wie sonst nicht.

Aber die Regierung wartet erstmal ab.

Nach 7 Wochen Schnee und Eis von Sofortmaßnahmen zu sprechen ist schon irgendwie zynisch, oder?

Jeder Hausbesitzer muß sich darum kümmern, dass es vor seinem Haus “begehbar” ist, jeder muß seit Wochen Schnee schippen, Eis Streuen, räumen.
Zweimal täglich.
Nur die Stadt scheint das nicht gemerkt zu haben.

Blöde gesagt ist der halbe Winter schon rum (der fing am 21.12 an und hört am 21.03 auf) und vermutlich wird es in ungefähr 2 Wochen tauen. Das hätte man auch noch aussitzen können.

Unabhängig davon ist es natürlich jedes mal wieder erstaunlich, wie “überraschend” der Wintereinbruch kommt. Dass es schneit und friert ist für viele ja jedes Jahr aufs Neue eine völlig unerwartete Tatsache.

Sieht man auch auf den Strassen, bei vielen Autofahrern.

Positiv gedacht: Die Regierung passt sich ihren Wählern an.

Negativ gedacht: Ich hoffe, jeder der auf öffentlichen Flächen ausgerutscht ist, und sich irgendwie verletzt hat, verklagt die Stadt.

Laut Radio wollte Frau Hajduk dazu übrigens nichts sagen. Wer da verantwortlich sei wird jedenfalls nicht erwähnt. Klingt für mich so, als käme ihr langsam, dass das sie bzw. ihre Behörde sein könnte.

Fröhliches Rutschen weiterhin. Heute früh wars jedenfalls nicht weniger glatt, als das ganze Jahr schon.

Und wer es immer noch nicht mitbekommen hat:
Es ist Winter.
Es könnte schneien.
Es könnte glatt sein.
Sogar in Hamburg.
Sicher ist sicher.

Advent 02/2009 – In der Weihnachtsbäckerei

Ich hab mich ja letztes Wochenende Plätzchenbacktechnisch schon massivst ausprobiert und dabei dank Twitter und Twitpic das eine oder andere.. negative Feedback geerntet (herzlichen Dank noch mal an meine Timeline dafür!).

Nagut, all diejenigen, die mit meinen Plätzchen versuchskaninchentechnisch in der Praxis zu tun hatten, haben den Geschmack gelobt. Und ich hoffe einfach mal, nicht nur um der Sandwichtechnik zu folgen und dem “die sehen aber.. komisch aus” nicht noch zwanghaft einen positiven Zweitsatz folgen zu lassen.

Wie auch immer, ein bisschen herausgefordert fühlte ich mich dann ja schon. Und also: Nochmal Backaction am Samstag, und diesmal im Hinterkopf das, was ich am letzten Samstag gelernt hatte. Mit rezeptueller unterstützung übrigens von der zauberhaften Frau Pleitegeiger, die nicht nur eindrücklich schimpfen, sondern auch famos backen kann.

Und siehe da, der Anfang gelang.

cookies1_teig

Also.. naja, der Teig sieht jedenfalls gerade ganz so aus, wie er aussehen soll. Etwas stabil, aber da hatte mich die Rezeptspenderin auch schon vorgewarnt.

Weiter im Text, das Zeug will ja auch gebacken werden, also ab in die Röhre!

cookies2_backofen

Nach den im Rezept vermerkten 15, 20, 25, 30, notwendigen 35 Minuten waren die Erdnuss-Schoko-Cookies dann soweit. Und ich muß zugeben, gerade im Vergleich zu letztem Wochenende, ich war schon ganz zufrieden, mit dem, was da aus dem Ofen kam.

cookies3_cookies

Kann man anbieten, oder?

Aber es ging noch weiter, am Ende stand viererlei Gebäck vor mir, und insgesamt war ich doch äußerst begeistert. Wie immer nach ausgiebiger Koch- oder Backaction war zwar mein Appetit vergangen, aber der kommt ja zum Glück wieder. Heute ist immerhin schon der zweite Advent, und was passt da besser als Plätzchen?

Ergo – Kekse gefällig, Liebe Leser?

cookies4_liebesgruebchen

Schmecken so gut, wie sie aussehen :-) (und das habe ich mich beim letzten Mal nicht getraut zu sagen ;-) – dann hätte niemand die Kekse gegessen!). Fazit: Auch beim Backen kann man dazu lernen.

Schönen zweiten Advent!

2advent